Großübung : Ölalarm auf der Elbe nach Kollision

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Auf der Unterelbe bei Kollmar (Kreis Steinburg) gab es am Sonnabendmorgen eine große Ölwehrübung. Rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und anderen Einsatzstellen waren im Einsatz, um den Folgen eines simulierten Schiffsunfalls Herr zu werden. Angenommen wurde, dass ein großes Containerschiff einen kleineren Frachter auf der Elbe bei Stadersand gerammt hat und der Kraftstofftank des Containerschiffs leckgeschlagen ist. Der gewaltige Sog der Tide verteile das „Öl“ zwischen Glückstadt und Wedel schnell. So schnell, dass es den Einsatzkräften nicht gelang, es aufzufangen. Statt Öl, war Popcorn ins Wasser gestreut worden. Flugs hatte die Elbe das Korn mit sich gerissen. Wenn’s wirklich mal passiert, wenn wirklich einmal ein Schiff Betriebsstoffe (Schweröl) in so großen Mengen verliert, wird es kaum möglich sein, das Desaster vor Ort zu stoppen. Vielmehr müssen vermutlich viele Kilometer Ufer gereinigt werden.

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02. September 2012, 21:44 Uhr

Deutlich wurde jedoch auch, dass trotz des Einsatzes modernster Technik, trotz Ölsperren, Ölauffanggeräten, speziellen Schiffen und Amphibienfahrzeugen in einer wirklichen Gefahrsituation immer viel Handarbeit zu leisten ist. Auch Umweltminister Robert Habeck (Grüne), der während der Übung selber Hand anlegte, war sich dessen bewusst. Moderne Technik wurde allerdings ebenfalls erprobt, so etwa das Geländefahrzeug „Polaris“, das während der Übung so manchem „Fahrgast“ Spaß bereitete. Schließlich schreckt das spezielle Fortbewegungsmittel auch vor steilen Anstiegen (Deiche) nicht zurück und lässt sich in unwegsamem Gelände bestens lenken.

Immer wieder trainiert werden muss auch die Kommunikation und Koordination der Einsatzstellen an Land und auf dem Wasser mit den regionalen Leitstellen und dem landesweit zuständigen Führungsstab im Husumer Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

An Nord- und Ostsee oder auf Schleswig-Holsteins Seeschifffahrtsstraßen finden in jedem Jahr zehn größere und zahlreiche kleine Übungen statt, in denen der Umgang mit Gewässerverunreinigungen trainiert wird.

Jährlich gibt es rund 30 reale Fälle, in denen der LKN tätig wird. Er arbeitet dabei eng mit den Wasser- und Schifffahrtsämtern und dem Havariekommando des Bundes (Cuxhaven), der Wasserschutzpolizei, den Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk zusammen.

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