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Uetersener Nachrichten

16. August 2017 | 21:42 Uhr

Umweltschutz : Obdach für verletzte Tiere

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Christian Erdmann ist alles andere als ein sentimentaler Tierliebhaber, der zweibeinige Rehe und dauerhaft flugunfähige Vögel für den Rest ihres Lebens durchbringen will. Der 50-jährige gelernte Zootierpfleger hat eine sehr gesunde Einstellung zu seiner Arbeit. Der Mann liebt Tiere, soviel wird im Gespräch klar.

Aber von Mähdreschern zu Krüppeln verstümmelte Rehe bis zu ihrem Lebensabend zu versorgen, hält er für falsch. Dennoch empfindet Erdmann es als eine Pflicht, Tieren zu helfen, die durch die Einflüsse der menschlichen Zivilisation in Not geraten sind. Und das ist bei 80 Prozent der hilfsbedürftigen Tiere der Fall.

Die Liste der möglichen Kollisionen zwischen Tier und den der Zivilisation geschuldeten naturfremden Einrichtungen ist lang und unvollständig: So gibt es Schwäne, die Angelhaken verschlucken oder sich daran verletzen, viele von Autos oder Lkws angefahrene Greifvögel, die sich oft an Autobahnen aufhalten um dort ihrerseits die Kadaver der totgefahrenen Tiere zu verwerten. Auch sehr schnell fahrende Züge kollidieren oft mit Vögeln. Dann gibt es den Storch, der Bekanntschaft mit einem Flügel eines Windkraftwerks machen musste und natürlich die bereits erwähnten Rehe, die der Fahrer des Mähdreschers gar nicht rechtzeitig erkennen kann. Die Beispielliste ist unendlich lang. Jedes Jahr werden tausende verletzte oder verwaiste Wildtiere aufgefunden. Zwei Jahre lang haben Erdmann und seine Kollegen und Kolleginnen nach einer geeigneten Pachtfläche in Hamburg gesucht. Doch die Verhandlungen mit der Hansestadt scheiterten letztlich. Christian Erdmann und seine Kollegin Katharina Neeb beklagen, dass ihnen von Seiten der Stadt Hamburg und diversen Natur- und Tierschutzverbänden viele Steine in den Weg gelegt wurden. „Man fürchtete wohl Konkurrenz auf dem Spendenmarkt“, mutmaßt Erdmann. Nach langem Suchen hat sich aber nun endlich ein geeigneter Platz gefunden: In Klein Offenseth-Sparrieshoop, nahe Elmshorn, umgeben von Wald und Wiesen, liegt das Grundstück, welches der Verein mit Unterstützung der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ und einem Kredit der Hamburger Volksbank erworben hat. In den Nebengebäuden des Haupthauses soll nun eine Art Tierklinik entstehen, die Weiden sollen eingezäunt werden und Vogelvolieren sollen gebaut werden. Dafür benötigt der Verein aber weiterhin Geld und ehrenamtliche Helfer. Schülern, die glauben einen Kuscheltierpark vorzufinden, erteilt Erdmann eine Absage: „Das soll hier kein Zoo werden“, klärt Erdmann auf. Am Ende steht als Ziel immer die Auswilderung der Tiere.

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erstellt am 08.Aug.2012 | 20:03 Uhr

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