Siedlergemeinschaft : Nur Eheleute profitierten

Die Hürden für Hausbauer lagen vor 40 Jahren viel höher als heute. „14 Prozent kostete das Geld auf dem freien Markt“, berichtete Richard Schulz, Vorsitzender des Kreisverbands Pinneberg im Verband Wohneigentum, Siedlerbund Schleswig-Holstein, am Freitag in Heidgraben. Heute zahlen Kreditnehmer Jahreszinsen von rund drei Prozent.

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17. November 2013, 18:36 Uhr

Schulz und etwa 25 weitere Gäste feierten im Gemeindezentrum das 40-jährige Bestehen der Siedlergemeinschaft Heidgraben. 17 Familien hatten den Verbund 1973 gegründet. Sie bauten am Kiefern- und am Lindenweg. Ohne die Siedlergemeinschaft hätten sie ihren Traum vom Eigenheim nicht verwirklichen können. Die gemeinnützige Kleinsiedlungs- und Baugenossenschaft des Kreises Pinneberg (GKB) beschaffte für sie Mittel der Wohnungsbaukreditanstalt des Landes Schleswig-Holstein, handelte mit den Geldinstituten günstige Darlehen aus und verkaufte ihnen die Grundstücke. Kurt Böge, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Heidgraben, erinnerte sich: „Wir bekamen einen Variozins von sieben bis 13 Prozent.“ Die Familien erhielten Zuschüsse, die mit der Zahl der Kinder stiegen. Es entstanden drei Haustypen mit Flächen von 80, 95 und 120 Quadratmetern.

Die günstigen Konditionen erhielt aber nicht jeder. Anwärter durften eine Einkommensgrenze nicht überschreiten, mussten verheiratet sein und Kinder haben. Die Mitgliedschaft in der Siedlergemeinschaft war Pflicht. 50 Familien bewarben sich.

Nach dem Bau gewann die Gemeinschaftspflege an Bedeutung. Der Landwirt Karl-Heinz Hermer, Ex-Eigentümer der Grundstücke, lud die Mitglieder zu Festen in seiner Scheune ein. Heute gehören 16 Familien dazu, darunter auch Anwohner des Buchenwegs. Einmal jährlich im November treffen sie sich zu einem Klön- und Kniffelabend.

Den Vorstand bilden Kurt und Rosemarie Böge, Gerald und Petra Laß sowie Hans-Heinrich Bense. Die Gemeinschaft dankte Kurt Böge für 40-jährige Tätigkeit als Vorsitzender.

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