Zwischen Tornesch und Uetersen : Nun doch: K22-Brücke einspurig und mit Ampel

Verkehrsteilnehmer können die Brücke über den Ohrtbrookgraben ab Herbst nicht mehr ungehindert passieren.
Verkehrsteilnehmer können die Brücke über den Ohrtbrookgraben ab Herbst nicht mehr ungehindert passieren.

Bauwerk sollte ursprünglich saniert werden − dem steht der Naturschutz entgegen. Nun soll der Verkehr reduziert werden.

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28. Juni 2018, 15:10 Uhr

Tornesch | Die Brücke über den Ohrtbrookgraben im Zuge der K22 ist marode. Doch das Bauwerk an der Grenze zwischen Tornesch und Uetersen kann nicht, wie bislang geplant, saniert werden. Zu groß wären die Eingriffe in die umliegende Natur. Stattdessen soll die Belastung für die Brücke nun deutlich reduziert werden, mithilfe einer Einengung der Fahrbahn auf eine Spur und einer Ampelanlage. Wann die Maßnahme beginnt, ist allerdings noch unklar.

Rückblick: Im Mai 2017 wurde bekannt, dass die Brücke zahlreiche Schäden aufweist. Diese reichen von seitlichen Unterspülungen über Betonabplatzungen bis zu einem Riss in der Bauwerksmitte. Die Stadt Tornesch stand daraufhin vor der Wahl: Einengung der Straße, um so die Belastung zu reduzieren, oder komplette Sanierung. Auch vor dem Hintergrund, dass sich beide Varianten aufgrund der teuren Ampelschaltung preislich kaum unterscheiden, entschied die Politik sich für die Sanierung. Dass es anschließend keine Arbeiten an dem Bauwerk gegeben hat, lag zunächst daran, dass sich laut Verwaltung keine Straßenbaufirmen mit freien Kapazitäten gefunden hätten.

Viele Belange sind zu berücksichtigen

Doch im Zuge der notwendigen Abstimmungen mit dem Kreis Pinneberg − schließlich handelt es sich bei der Strecke um eine Kreisstraße − wurde deutlich: Es gibt weitere Probleme. Bei dem Bereich rund um die Brücke handelt es sich um ein empfindliches Landschaftsschutzgebiet. Unter anderem sind dort Otter und Fledermäuse zu Hause. Artenschutz, Naturschutz, Wasserschutz, viele Belange seien zu berücksichtigen, erläuterte die Tornescher Bauamtsleiterin Marion Grün auf Nachfrage unserer Zeitung. Laut Grün habe es einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern sämtlicher betroffener Fachbereiche gegeben. Ziel: Eine Sanierung der Brücke unter Berücksichtigung aller Belange. Doch dabei wurde deutlich, dass dies nicht möglich ist.

Deswegen kommt nun doch die Maßnahme, die alle Beteiligten, aber vor allem Politik und Verwaltung in Tornesch, vermeiden wollten. Ab Herbst − das genaue Datum ist laut Grün noch nicht bekannt − wird die Strecke einspurig. Stahlleitwände werden dafür aufgestellt, zudem eine Ampelanlage, das Tempo auf 30 Stundenkilometer gedrosselt.

Verkehr wird weiter zunehmen

Die Folge: Der Verkehr im Tornescher Ortszentrum wird weiter zunehmen. Das betonten die Bauausschussmitglieder unisono. SPD-Ratsherr Klaus Früchtenicht sprach gar von einem „totalen Chaos im Ortskern“. Ob es so schlimm wird, steht zwar noch in den Sternen, klar ist allerdings, dass sich wohl auch ein erheblicher Teil des Schwerlastverkehrs der bislang über den Wischmöhlenweg rollt, eine Alternative suchen wird − um das künftige Nadelöhr Ohrtbrookgraben-Brücke zu umfahren.

Die Verkehrsmaßnahme ist zunächst für ein Jahr befristet. Grün betonte, dass weiterhin nach Alternativen gesucht werde, um die Belastung für Brücke und Autofahrer zu reduzieren. Das bestätigte auch Kreissprecher Oliver Carstens.

Brückenausbau: Die Pläne liegen bereit

In Sachen Ausbau der K22 gibt es laut Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) keinen neuen Sachstand. Es gelte deswegen nach wie vor die Mitteilung des Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, nach der noch in diesem Sommer der Planfeststellungsbeschluss vorliegen soll. Das habe ihm Landrat Oliver Stolz (parteilos) jüngst bestätigt, betonte Krügel während der Sitzung des Bauausschusses. Teil der Planfeststellung ist auch die Brückenplanung, betonte Bauamtsleiterin Marion Grün auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Pläne für den Neubau der Querung über den Ohrtbrookgraben lägen komplett in der Schublade, so Grün.

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