Arbeitskampf : Norma schließt später

Teilerfolg für die Belegschaft der Norma-Werke in Rellingen und Norderstedt: Der Mutter-Konzern Autoliv verschiebt die geplante Schließung der Standorte um neun Monate auf den 31. Dezember 2012. Das ist das Ergebnis von Verhandlungen der IG-Metall-Unterelbe mit Vertretern des Autoliv-Konzerns und der Norma-Geschäftsführung am Wochenende in Pinneberg.

shz.de von
12. September 2011, 20:54 Uhr

Anschließend können sich die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter – rund 80 Prozent der 153-köpfigen Belegschaft – in einer Transfergesellschaft in andere Jobs vermitteln lassen. Der IG-Metall-Sozialtarifvertrag sieht außerdem eine tarifliche Entgelterhöhung von zehn Prozent vor. Mit monatlich 225 Euro werden die Mitarbeiter dafür belohnt, dass sie die Maschinen-Verlagerung nicht behindern. Leiharbeitskräfte, die länger als vier Jahre bei Norma/Autoliv tätig sind, erhalten bis Ende 2012 das gleiche Entgelt wie fest Beschäftigte.

Wie berichtet, gingen den Verhandlungen Warnstreiks und eine Werkstor-Besetzung voraus. IG-Metall-Unterelbe-Geschäftsführer Uwe Zabel sagte gestern: „Den Konzernbeschluss ganz zu verhindern, konnten wir nicht durchsetzen, da weder IG-Metall noch Betriebsrat wirtschaftliche Mitbestimmung bei diesen – wenn auch falschen – Unternehmens- und Konzernentscheidungen haben.“ Norma-Betriebsratsvorsitzende Birgit Jeksties freute sich zwar. „Trotzdem fällt es uns als Belegschaft, die wir oft über Jahrzehnte dort gearbeitet haben, verdammt schwer zu akzeptieren, dass mit dem Verhandlungsergebnis auch feststeht, dass die Betriebe in Rellingen und Norderstedt für höhere Profite vom Autoliv-Konzern geschlossen werden“, sagte sie gestern. Die Belegschaft wird morgen informiert. Am Mittwoch und Donnerstag erfolgt die Urabstimmung der IG-Metall.

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