Aufgerüstet : Noch effektivere Raser-Jagd

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Kreis und Polizei haben gestern ein neues Fahrzeug mit mobiler Geschwindigkeitsmessanlage in Dienst gestellt. Es ist seit Beginn der Kooperation zwischen Verwaltung und Polizei vor zehn Jahren der zweite Wagen seiner Art. Der Volkswagen T5 löst das alte Fahrzeug, ein Mercedes Vito, jetzt ab.

shz.de von
13. Januar 2015, 21:49 Uhr

Die Jagd auf Temposünder – sie dient nicht nur der Verkehrssicherheit, sie ist auch ein lukratives Geschäft. Der Einsatz von sieben „Starenkästen“ im Kreis Pinneberg, Laser-Pistolen, Videoüberwachung und Geschwindigkeitsmesswagen spülte in 2013 800000 Euro netto in die Kassen des Kreises. Möglich machen es vor allem die Raser: Im Durchschnitt entfallen auf 300 aufgezeichnete Fälle ein bis zwei Fahrverbote. Das füllt die Kassen. Für Polizeihauptkommissar Oliver Baumann ist dieser Aspekt allerdings zweitranig. „Uns geht es in erster Linie darum, die Sicherheit dort zu erhöhen, wo sich die schwachen Verkehrsteilnehmer bewegen, die entsprechend gefährdet sind“, sagte er. Und so kommt der schwarze Van vor allem vor Kindertagesstätten, Schulen, Sportstätten und Seniorenheimen zum Einsatz. Tag und Nacht.

„Wir haben im Kreis Pinneberg aktuell 260 Messstellen, die wir im Jahr jeweils mindestens zweimal bedienen“, so Baumann. Durch den neuen Wagen wird die Arbeit leichter. Es braucht nur noch einen Beamten, um die Messanlage aufzubauen, der Arbeitsplatz im Inneren mit eigenem Rechner, WLAN, ergonomischem Stuhl und Touchscreen entspricht den modernen Anforderungen.

Zudem sind die Messgeräte so konzipiert, dass „wir jeder Örtlichkeit Rechnung tragen können“, erläuterte Oliver Baumann. Der Messsensor, ein flacher, länglicher Kasten mit fünf Linsen, muss nicht mehr in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug stehen. Ob in Kurven oder auf der Autobahn, die Möglichkeiten der Verkehrsüberwachung sind mit dem neuen Fahrzeug und der integrierten Technik noch vielfältiger als bisher. „Maximal einsatzfähig“, bescheinigte Baumann.

60000 Euro kostete das neue Fahrzeug. Der Vorgänger konnte für 7000 Euro verkauft werden. „Damit bleiben wir deutlich unter dem von der Verwaltung vorgegebenen Kostenlimit von 65000 Euro“, sagte Michael Zisack, Leiter des Fachbereichs Straßenbau und Verkehrssicherheit.

Die Kooperation des Kreises Pinneberg und der Polizei bei der Verkehrsüberwachung ist inzwischen zehn Jahre alt. „Ein vorbildliches Projekt“, sagte Landrat Oliver Stolz gestern vor Journalisten. Zuständig ist ein Stab aus zehn Mitarbeitern, fünf Polizeibeamten und fünf Verwaltungsfachleuten.

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