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SuedLink : Nicht nur eine, sondern zwei XXL-Stromtrassen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Die Menschen mitnehmen“, diese oder sehr ähnliche Formulierungen hat jeder der Vortragenden während der ersten Regionalkonferenz zum Bau der XXL-Stromtrasse „SuedLink“ irgendwann einmal benutzt. Gedacht war die Veranstaltung des Netzbetreibers „Tennet TSO GmbH“ in der Moorreger Mehrzweckhalle für die Kreise Pinneberg und Steinburg. Der Kieler Energiewendeminister Robert Habeck sowie die Landräte der beiden Kreise, Oliver Stolz und Torsten Wendt, hatten die Bürger zur Beteiligung in diesem frühen Planungsstadium aufgerufen.

Knapp 200 Zuhörer waren in die Mehrzweckhalle gekommen. Kommunalpolitiker, Behördenmitarbeiter sowie Vertreter von betroffenen Vereinen, Organisationen und Verbänden wollten sich vor allem informieren. Bürger waren deutlich in der Minderheit. Von „sehr interessant“ bis „Showveranstaltungen“ gingen anschließend die Einschätzungen.

Drei Trassenvorschläge sind für die Elbquerung von Tennet ausgearbeitet worden. Sie stellten Lex Hartmann und Dr. Christoph Thiel vor. Die Trasse kann bei Hetlingen, Kollmar oder Glückstadt den großen Fluss queren, und zwar per Düker. Die Höchstspannungsleitung durch den Kreis Pinneberg, die Tennet bisher präferiert, würde auch Elmshorn, Klein Nordende, Groß Nordende, Uetersen, Neuendeich, Moorrege, Haselau und Haseldorf tangieren.

Alle drei Varianten sind aus der Sicht der Planer äußerst gering geeignet, weil sie auf Hindernisse stoßen, wie Naturschutzgebiete, bestehende Bebauung, vorhandene Stromleitungen und Autobahnen. Allerdings muss Tennet einen Vorschlag auswählen und ihn der Bundesnetzagentur vorlegen. Denn spätestens 2022, wenn das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet wird, muss die Leitung am Netz sein.

Die wichtigste Neuigkeit für viele Zuhörer präsentierte Achim Zerres von der Bundesnetzagentur allerdings eher am Rande. Neben SuedLink von Wilster bis Grafenrheinfeld soll es noch eine zweite Mega-Trasse geben, und zwar von Brunsbüttel nach Großgartach in Bayern. Die wird jedoch erst später geplant.

Die Trasse Brunsbüttel-Großgartach ist zwar Teil des Bundesbedarfsplangesetzes, wurde jedoch in der Diskussion über SuedLink bisher nie thematisiert.

Die Tennet-Vertreter erklärten, so weit es möglich ist, könnte die zweite auf die Masten der ersten gelegt werden. Diese Neuigkeiten produzierte ungläubiges Staunen. Neuendeichs Bürgermeister Reinhard Pliquet brachte die Meinung vieler auf den Punkt, in dem er kritisierte, dass nicht vorausschauend gedacht wird und man beides zusammen planen müsste.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 20:10 Uhr

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