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Pinneberg : Nicht gemächlich und nicht zu bürgerlich

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wirtschaft und Stadt wollen gemeinsam Pinnebergs Image aufpolieren. Nachdem der Verein Stadtmarketing und City-Management eineinhalb Jahre an einem Konzept gefeilt hat, um die Kreisstadt zu einer Marke zu machen, sollen jetzt die Profis ran. In der vergangenen Woche unterzeichnete Bürgermeisterin Urte Steinberg einen Kooperationsvertrag mit der Marketingagentur „Gruppe drei“ aus Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg).

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 19:22 Uhr

Die Zusammenarbeit mit Agenturchef Alexander Doderer und seiner Tochter Carolin ist zunächst auf ein Jahr begrenzt. 60000 Euro stehen ihnen zur Verfügung, um das Image der Stadt aufzupolieren. Stützen werden sie sich in ihrer Arbeit auf ein Gutachten vom März des vergangenen Jahres, in dem die Ergebnisse einer umfangreichen Bürgerbefragung ausgewertet werden. Demnach krankt Pinneberg an einem „unklar ausgeprägten, wenig attraktiven Markenbild“.

Auch ergab die Befragung, dass die Pinneberger ihrer Stadt zwar grundsätzlich zugetan sind, sie auch als Einkaufsstadt weiterempfehlen würden, nicht aber als Wohnort. Positiv bewertet wurden das gute medizinische Angebot, die gute Erreichbarkeit sowie die Natur und die reizvolle Umgebung. Aber es gab auch reichlich Kritik, etwa an der mangelnden Atmosphäre, den schlechten Einkaufsmöglichkeiten, wenn es um den mittel- oder langfristigen Bedarf geht, und am Kulturangebot. Mit diesem Material wollen die PR-Profis jetzt arbeiten.

„Sie haben uns motiviert, die Stärken der Stadt selbstbewusster und frecher zu kommunizieren als wir das bislang getan haben“, sagte Dirk Matthiessen, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins. Es soll Schluss sein mit dem gemächlichen und bürgerlichen Image. Stattdessen setzen die Kooperationspartner auf schnelle, moderne, vielleicht sogar provokante Slogans.

Bereits Mitte Februar, so seine Hoffnungen, könnte feststehen, wie sich der Wandel einleiten und Vorurteile parieren lassen. „Wir müssen den Willen zur Veränderung frech und offensiv kommunizieren“, so Matthiessen.

Etwa mit Hilfe von Anzeigen- und Imagekampagnen, für deren sprachliche und graphische Ausgestaltung die „Gruppe drei“ zuständig ist. Ohne die Politik allerdings wird jeder noch so clevere PR-Feldzug ins Leere laufen, das weiß auch der Geschäftsführer des Marketingvereins.

„Wir sind darauf angewiesen, dass die Politik durch entsprechende Rahmenentscheidungen den Prozess befeuert“, sagte er. Die Stadtentwicklung sei gefordert, dass gegebene Markenversprechen durch entsprechende Entscheidungen zu erfüllen.

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