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Rosenkindervisite : Nicht alles läuft rund in Sri Lanka

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Licht und Schatten bei den Förderprojekten. Projekt für arbeitslose Jugendliche ist eingestellt worden.

Uetersen | Nicht alles läuft rund bei den geförderten „Rosenkindern“ in Sri Lanka. Das musste die Uetersener Delegation des gleichnamigen Förderkreises erfahren, als diese im Februar und März den Inselstaat besucht hat und dabei auch Kontakt zu den vom Verein unterstützten Kindern und Jugendlichen aufnahm. Ein seit mehreren Jahren gefördertes Mädchen hat das Kinderheim in Balapitiya verlassen und ist zu ihrer Familie zurückgekehrt. Ob sie jetzt noch Chancen hat, das Abitur zu bestehen, bleibe abzuwarten, so Dieter Kaske, der Vorsitzende der Fördergemeinschaft, die sich 2006 in Uetersen gegründet hatte. Ihre Schwester leide nach wie vor an einer instabilen Gesundheit.

Weiter besucht wurde eine Familie in der Hauptstadt Colombo. Der Vater ist vor einem Jahr gestorben, die Mutter arbeitslos geworden. Zwei der drei Kinder (16 und 13 Jahre alt) erhalten eine finanzielle Förderung von dem Verein. Kaske spricht dabei von einer „Fördersituation mit viel Hoffnung“. Zwei weitere Kinder (acht und sechs Jahre alt) haben ein ähnliches Schicksal. Auch ihre Familie lebt ohne Vater. Er ist im Alter von 39 Jahren gestorben. Man habe sich, als das Schicksal zuschlug, sofort engagiert und sehe eine gute Chance für die Familie, die sehr harmonisch zusammenlebe, trotz wohnlicher Enge.

Gespräch mit buddhistischem Mönch

Von örtlichen Partnern wurde dafür gesorgt, dass mehrere geförderte Kinder an einem Ort in unmittelbarer Nähe zum Regenwald zusammentreffen konnten. Die Gespräche mit diesen „Rosenkindern“ hätten einen „befriedigenden bis sehr guten Verlauf“ genommen, so Kaske. Erster Ansprechpartner des Uetersener Vereins in dieser Region ist Dr. Kirinde Sri Dhammananda Nayaka Thera, ein angesehener buddhistischer Mönch.

Ebenfalls besucht wurden Rosenkinder im Süden des Landes − traditionell im Briefgarden, einer bekannten Parkanlage. Verwaltet wird diese von Dooland de Silva, Hauptbetreuer der Patenschaften im Hinterland der Westküste. Auch die dort anwesenden 16 Mädchen und Jungen haben ähnliche Familienschicksale. Das Ergebnis dieser Visite sei erfreulich gewesen, berichtet Kaske. Schließlich habe man mit den Projektverantwortlichen vom All Ceylon Buddhist Congress (ACBC) gesprochen. In dem „recht bescheidenen Bau“ im Regierungsviertel von Colombo würden, so Kaske, auch behinderte Menschen in der Verwaltung eingesetzt und so integriert.

Zwei weitere Besuchsstationen betrafen das Waisenhaus in Balapitiya und das Rosenkinder-Hostel nebst „Vocational-Trainingscenter“ in Panadura. Während die Verhältnisse im Kinderheim als zufriedenstellend beurteilt wurden, seien die Vereinbarungen im Trainingscenter nicht eingehalten worden. Man habe sich 2016 auf ein Probejahr zur Unterstützung arbeitsloser Jugendlicher aus einfachen Verhältnissen verständigt. Doch vor Ort sei entschieden worden, alle Kursteilnehmer durch die Fördergemeinschaft unterstützen zu lassen. Das, so Kaske, entspreche nicht den Grundsätzen der Projektarbeit der Rosenkinder in Sri Lanka. Insofern habe man schweren Herzens beschlossen, diese Arbeit einzustellen.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 12:20 Uhr

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