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Appen Classics : New York, London, Appen, Tokio

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Klassikfans haben das erlebt, wovon Konzertbesucher in New York, London, Sidney und Tokio nur träumen können: Sie kamen Christian Tetzlaff ganz nah. Der Weltklasse-Geiger trat in der familiären Atmosphäre des Bürgerhauses auf. Organisator Michael Herm und musikalischer Leiter Henning Lucius hatten ihn im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Appen Classics“ eingeladen. Dank persönlicher Kontakte und der finanziellen Unterstützung von Spendern nahm der gebürtige Hamburger die Einladung an und begeisterte zusammen mit dem Tetzlaff-Quartett.

Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert und Jörg Widmann standen auf dem Konzertprogramm. Reinen Hörgenuss boten Mozarts Streichquartett Nr. 5 d-moll und Schuberts Streichquartett Nr. 15 G-Dur. Eine größere Offenheit verlangte Tetzlaff seinen Zuhörern mit dem Jagdquartett des zeitgenössischen Komponisten Widmann ab. Doch gerade mit dem provozierenden, modernen Stück, das von der Mordlust des Jägers berichtet, eroberte der Geiger, der auf den Bühnen der Welt zu Hause ist und mit den bekanntesten Orchestern auftritt, die Herzen des Publikums.

Nach einführenden Worten legten Tetzlaff und seine Begleiterinnen Tanja Tetzlaff (Violoncello), Elisabeth Kufferath (Violine) und Hanna Weinmeister (Viola) los: Es wurde schrill, laut und dissonant, aber auch mitreißend, spannend und virtuos. Skepsis und Belustigung in den Gesichtern wandelte sich in ehrliche Begeisterung.

„Das war einfach fantastisch“, sagte Konzertbesucherin Jutta Kaufmann in der Pause. Ohne eine Zugabe ließen die Fans das Quartett nicht gehen. Die vier Streicher entschieden sich für ein Stück von Joseph Haydn. Es war ein großartiges Finale, das den Saal zum Toben brachte.

Herm hatte die Besucher des „Appen Classics“-Konzerts im Eingangsbereich des Bürgerhauses mit Handschlag und persönlichen Worten begrüßt. Die meisten der Konzertgänger sind treue Fans, die Herm und Lucius 2010 nach gut zehnjähriger Pause haben aufleben lassen. „New York, London, Wien, Appen, Tokio“, zählte der Initiator zur Belustigung des Publikums die Gastspielorte des 45-jährigen Profimusikers auf. Dass Tetzlaff in der ersten Hälfte des Konzerts in Pulli und Jeans auftrat, machte ihn dem Publikum nur noch sympathischer. Der Reisekoffer war nicht rechtzeitig eingetroffen – der Stargeiger nahm es gelassen. Schuberts Streichquartett konnte er dann im Anzug spielen. Mehr als einen Blick wert, waren die fotorealistischen Bilder von Karin Daum, die die Wände des Bürgerhauses schmückten und den Abend um einen weiteren Aspekt bereicherten.

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erstellt am 29.Sep.2014 | 21:49 Uhr

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