Neun Hasen und ein Fasanenhahn

Die Jäger Ralf Dörling aus Tornesch und Harald Piening aus Seester geben dem zur Strecke gelegten Wild die letzte Ehre mit einem eigenen Bläsersignal für jedes Tier.
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Die Jäger Ralf Dörling aus Tornesch und Harald Piening aus Seester geben dem zur Strecke gelegten Wild die letzte Ehre mit einem eigenen Bläsersignal für jedes Tier.

Jäger gingen in Groß Nordende zur letzten Jagd des Jahres 2017 auf die Pirsch / Halali zu Ehren der toten Tiere

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05. Januar 2018, 16:05 Uhr

Neun Hasen und ein Fasanenhahn lagen auf der Strecke, als die Jagdbläser Ralf Dörling und Harald Piening zum Ende der vierstündigen Jagd das Halali bliesen. Mit 27 Teilnehmern, darunter zahlreiche Gäste, war die Jagdgemeinschaft Groß Nordende „zwischen den Jahren“ im 550 Hektar großen Revier ihrer beiden Jagdpächter Jürgen Käckenhoff und Frank Koelbel auf Niederwildjagd gegangen. Zum Jagdkönig wurde der junge Jäger Fynn Käckenhoff gekürt, der drei Hasen erlegt hatte.

Viermal im Jahr richtet die Jagdgemeinschaft Groß Nordende, der acht Jäger angehören, eine Gemeinschaftsjagd aus, die letzte Ende Dezember. Die Jagdsaison für Niederwild, zum Beispiel Fuchs, Reh, Dachs, Marderhund, Wildkaninchen oder Hase, dauert vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember, für Flugwild, wie Fasanenhahn oder Stockente, noch bis zum 15. Januar. „Rehe“, so erklärte Jürgen Käckenhoff, „haben wir bei unserer Gemeinschaftsjagd allerdings ausgeschlossen. Für diese Tiere geht jeder von uns auf Einzeljagd.“

Jagdaufbruch der Jäger und Treiber war am Plantenhoff-Café an der Groß Nordender Dorfstraße. Mit von der Partie: vier ausgebildete Jagdhunde. In „Böhmischen Streifen“ − eine der verschiedenen Treibarten − ging es über Felder und Wiesen des vergleichsweise kleinen Reviers. Die Hunde stöberten vornehmlich Hasen auf. Sie kommen landesweit in den Marschgebieten am häufigsten vor. Dabei schlug „Meister Lampe“ seinen Verfolgern so manches Mal ein Schnäppchen. „Die gut getarnten Hasen“, so erzählte Käckenhoff, „schießen in letzter Sekunde plötzlich aus ihrer Sasse hoch, flüchten entgegen der Treibrichtung und schlagen dabei immer wieder Haken, um die Hunde abzuschütteln. Auf kurzen Strecken sprinten sie bis zu 80 Stundenkilometer.“ Bejagt werden die Hasen mit Rücksicht auf den tatsächlich jagdlich nutzbaren Zuwachs, um einen stabilen Bestand zu sichern. „Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Hasen nur dort gute und gesunde Besätze haben können, wo sie intensiv gehegt und überlegt bejagt werden“, unterstreicht Käckenhoff.

Den Jagderfolg von neun Hasen und einem Fasanenhahn − Fasanenhennen dürfen nicht bejagt werden − bezeichnete Käckenhoff für die Jagdgemeinschaft Groß Nordende als nicht so gut. Umso mehr freuten sich die Jäger auf die Proklamation des Königs, das anschließende „Schüsseltreiben“, sprich: Essen, und auf das „Jagdgericht“. Dabei werden Fehler besprochen und jeder muss für den seinigen einen ausgeben.


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