Historisch : Neues Register für die Orgel

4460548_800x562_55b7cdad78951.jpg
1 von 2

Großer Bahnhof für die Königin der Musikinstrumente: Voraussichtlich ab September wird die in Teilen historische Orgel in der Rellinger Barockkirche in ihre Einzelteile zerlegt und überarbeitet. Außerdem wird ein Spieltisch ersetzt. Die Maßnahme ist nach der inzwischen abgeschlossenen Sanierung des Daches für 400000 Euro bereits die zweite große Baustelle in der Kirche.

shz.de von
28. Juli 2015, 20:43 Uhr

„Der Klang wird voller und schöner, weil die Orgel neu intoniert und stimmlich etwas erhöht wird“, sagte Kantor Oliver Schmidt, der die Pläne für die Generalüberholung zusammen mit Detlef Goos vom Förderverein zum Erhalt der Rellinger Kirche im UeNa-Gespräch vorstellte. Bis die Besucher allerdings in diesen Hörgenuss kommen, werden noch einige Wochen vergehen. Im September soll es losgehen, hofft Schmidt. Spätestens acht Wochen später hätte der rührige Kantor dann jedes Teil der Orgel gerne wieder an Ort und Stelle. Gebaut wurde das Instrument 1758 von Matthias Schreiber, also zwei Jahre nach der Errichtung der Barockkirche. Viele der historischen Teile wurden 1970 und 1971 ersetzt, darunter zahlreiche der insgesamt 2500 Pfeifen. Auch der Spieltisch auf der dem historischen Orgelprospekt gegenüberliegenden Seite stammt aus dieser Zeit. Dass sich nun erneut Orgelbauer ans Werk machen, hat vorrangig einen ganz unspektakulären Grund: Etwa alle 15 bis 20 Jahre muss eine Orgel überholt, gereinigt und in diesem Fall auch vor Schimmelpilzbefall geschützt werden.

Aber es gibt noch einen zweiten Grund: Der jüngere der beiden Spieltische wird ersetzt, weil „die Technik nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht“, so Oliver Schmidt. Er nutzte die Zeit der Vorbereitung und schlug der Kirchengemeinde außerdem eine Veränderung in den Registern vor. „Eines fliegt ganz raus, weil es kein besonders schönes Klangbild hat“, sagte er. Dafür wandert eines aus der historischen Orgel in das Positiv, die entstehende Lücke wird mit einem neuen Register gefüllt, das die Gemeinde gebraucht kaufen kann.

140000 Euro kostet die gesamte Maßnahme. Geld, das die Gemeinde nicht hat! Also sollen Sponsoren helfen – und der Förderverein. Dessen Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, 30000 Euro beizusteuern, und spricht Spender, Mitglieder und andere Sponsoren an. Außerdem bietet die Kirchengemeinde Patenschaften für einen Fuß Orgelpfeife an. Kosten: zehn Euro. Nähere Informationen gibt es unter www.rellingerkirche.de

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert