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Silogelände : Neuer Streit zwischen Moorrege und Uetersen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Streit zwischen Uetersen und Moorrege geht in die zweite Runde. Erst kam in der Rosenstadt Ärger über die Pläne zum Bau eines Supermarktes im Nachbardorf auf (wir berichteten). Jetzt schwillt den Moorregern der Kamm. Hintergrund: Der Uetersener Arzneimittel-Hersteller Nordmark will das ehemalige Silogelände am Hafen erwerben. Nach Informationen der Uetersener Nachrichten beauftragte die Ratsversammlung Bürgermeisterin Andrea Hansen, die Verkaufsverhandlungen aufzunehmen. Der Beschluss wurde am Freitag hinter verschlossenen Türen gefasst.

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2012 | 21:25 Uhr

Allerdings hat das rund 3800 Quadratmeter große Grundstück einen Nachteil: Es ist ein Überschwemmungsgebiet. Das Land hatte zunächst vorgeschrieben, dass nur 40 Prozent der Fläche versiegelt werden dürfen. Doch offensichtlich führte die Stadt Nachverhandlungen zum Vorteil des Wunschkäufers. Denn gestern verkündete Hansen: „60 Prozent dürfen bebaut werden. Das ist mit dem Land abgestimmt.“

Im Gegenzug muss die Stadt nun einen Ausgleich schaffen – und was liegt da näher als das Nordmark-Gelände auf der anderen Pinnau-Seite? Nach Informationen unserer Zeitung besitzt das Unternehmen dort Flächen, die es einst aufschüttete. Das Erdreich müsste nur abgetragen werden, schon könnte ein Überschwemmungsgebiet ausgewiesen werden. Das Problem: Das Gelände untersteht der Planungshoheit der Gemeinde Moorrege. Und deren Politiker sind auf der Zinne, nicht nur wegen des Inhalts der Uetersener Pläne, sondern auch wegen deren Übermittlung. Rainer Jürgensen, Leiter des Amtes Moorrege, sagte gestern: „Das ist bei den Gemeindevertretern so ein bisschen aufgestoßen.“ Die Stadt hat die Moorreger zwar um eine Einwilligung gebeten. Doch nach Informationen unserer Zeitung wurde ihnen die Beschlussvorlage erst zu Beginn einer Ausschusssitzung ausgehändigt. Bis heute wissen sie nicht, wo genau die Fläche liegt und wie groß sie ausfallen soll. „So etwas macht man nicht, das ist unhöflich“, sagte Jürgensen. Nach Informationen unserer Zeitung erhielt Uetersen prompt eine Absage.

Abgesehen davon weiß zurzeit anscheinend niemand, ob in näherer Zukunft überhaupt neue Überschwemmungsflächen an der Nordmark ausgewiesen werden. Wie Michael Koch vom Team Planen und Bauen des Amtes Moorrege berichtete, gibt es dort bereits entsprechende Flutgebiete. Sie bestehen seit 1975. Zwar prüft das Umweltministerium derzeit, ob die Flächen entlang der Pinnau neu geordnet werden sollen. Doch das Verfahren soll frühestens Ende des Jahres abgeschlossen werden.

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