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Maschinenschäden : Neuer Streit um den Klärschlamm?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ein alter Streit könnte in eine nächste Runde gehen: Wie der Abwasser-Zweckverband (azv) Südholstein mit dem in Hetlingen anfallenden Klärschlamm umgeht, muss neu überdacht werden.

Grund sind zwei Defekte auf dem Klärwerksgelände, wie Geschäftsführer Lutz Altenwerth berichtet. „Erhebliche Maschinenschäden“ gab es im Oktober in der ersten Linie der Schlammtrocknung und im Januar in der zweiten Linie. 300000 bis 400000 Euro würde die Reparatur kosten. Zu teuer, entschied der Verwaltungsrat des azv, da das technische Aus der Anlage altersbedingt sowieso erwartet wird.

Auf dem Tisch ist damit wieder eine Lösung, über die 2007 und 2008 bereits heftig gestritten worden war. Damals hatten die Klärwerker „EVA“ entwickelt. In dieser „Energieverwertungsanlage“ sollte nicht nur der Schlamm verbrannt werden. Die dadurch entstandene Energie sollte auf dem Gelände wieder genutzt werden. Doch gegen die Pläne machten Hetlinger Bürger mobil. Sie kritisierten die technische Großanlage vor der Haustür und den Ausstoß von Emissionen. Doch nicht alle Hetlinger waren gegen EVA. Mit Blick auf den dann wegfallenden Lkw-Verkehr durchs Dorf gab es auch Befürworter. 2008 reagierte der Vorstand des azv auf den Druck aus dem Dorf und stoppte alle Planungen.

Altenwerth hat noch zwei weitere Optionen in petto. So könnte nichts getan und der Klärschlamm einfach weiter abtransportiert werden. Derzeit wird er in Magdeburg verbrannt.

Das dürfe allerdings in der Heimatgemeinde auf Kritik stoßen. Vor der Havarie im Oktober fuhren drei bis vier Laster täglich mit Klärschlamm durch Hetlingen. Jetzt sind es sieben bis acht. Transportiert wird auch nachts und am Wochenende.

Die dritte Option ist neu: Im Rahmen einer kommunalen Zusammenarbeit könnte der Schlamm in einer neuen Anlage an einem zentralen Ort in Schleswig-Holstein behandelt werden. Partner in Kiel, Lübeck und Ostholstein hat Altenwerth im Visier. Dies wäre allerdings eine langfristige Lösung, denn erstens müsste diese Allianz erst geschmiedet werden und zweitens geht der azv-Chef von fünf bis acht Jahren für den Anlagenbau aus. Keine Option ist für Altenwerth dagegen die Verschiffung des Klärschlamms und die Verbrennung in einer Anlage am Köhlbrand, „Vera“ genannt. Von einem Hetlinger Ingenieur war diese Lösung entwickelt und durchgerechnet worden. Der oberste Klärwerker weist darauf hin, dass in seinem Haus diese Möglichkeit überprüft und als die mit Abstand teuerste verworfen worden war.

Kritik von den Freien Wählern „Wertvolle Zeit vergeudet“ hat der Abwasser-Zweckverband nach Meinung von Michael Rahn, Fraktionssprecher der Freien Wahlgemeinschaft. Bereits 2008 war klar, und der azv-Geschäftsführer Lutz Alentwerth habe dies auch öffentlich kund getan, dass die Schlammtrocknungsanlage nicht mehr lange funktionieren würde. Doch statt sich bereits damals auf die Suche nach neuen Lösungen zu machen, habe man nichts getan, so Rahn. Erst jetzt, also nach dem endgültigen Aus der Schlammtrocknung mache man sich an die Arbeit. „Das geht alles zulasten der Hetlinger“, ärgert sich der Freie Wähler. (tp)

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erstellt am 05.Mär.2013 | 21:44 Uhr

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