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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 16:33 Uhr

Düker : Neuer Elbtunnel bei Hetlingen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Am Ende einer mehr als zweieinhalbstündigen Veranstaltung hat sich der stellvertretende Bürgermeister Michael Rahn (FW) bei Auftraggebern, Planern und Gutachtern bedankt, dass sie die Bürger so umfangreich zum Bau eines neuen Elbdükers informiert haben. Elf Experten schickten E.on Hanse, „Open Grid Europe“ und „Gasunie Deutschland“ in die Mehrzweckhalle (lesen Sie dazu auch den untenstehenden Artikel). Knapp 50 Hetlinger hörten nicht nur zu, sondern fragten auch kräftig nach und diskutierten mit den Referenten.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2012 | 23:55 Uhr

Die hohe strategische Bedeutung des Elbdükers für die Gasversorgung nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern darüber hinaus in Dänemark und Schweden stellte Gas-unie-Pressesprecher Dr. Philipp von Bergmann-Korn an den Anfang des Vortrages. Außer der unter der Elbe bei Hetlingen gibt es nur noch eine weitere große Leitung östlich von Hamburg. Vor 40 Jahren wurde der Düker gebaut. Peilungen und Messungen, die das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) veranlasst hatten, haben eine zu geringe Überdeckung ergeben. Bei Notankerungen, Haverien oder Notmanövern gibt es keinen ausreichenden Schutz.

Der neue Düker wird mindestens elf Meter unter der Sohle des Flusses liegen. Nach zahlreichen Machbarkeitsstudien haben sich die Planer für einen Neubau in einem Rohrvortriebsverfahren entschieden. Für den Bohrer wird in Hetlingen nahe der Schanze ein Startschacht plus Baustelle und auf Lühesand ein Zielschacht geschaffen. Der neue Düker hat einen Durchmesser von drei Metern. Darin sollen sich zwei Gasleitungen mit einer Dicke von 75 Zentimetern und mehrere Rohre für Telekommunikationsleitungen zwischen vier und 16 Zentimetern befinden.

Der alte Düker muss rückgebaut werden. Dazu wird der Elbsand über den drei Rohren weggebaggert und sie dann rausgezogen. Das Baggergut soll an anderer Stelle im Fluss wieder versenkt werden. Der alte Düker wird über den Elbdeich gezogen und im Zwischendeichbereich demontiert.

Der größte Teil des Materials für den Bau des neuen Elbtunnels wird per Schiff im Wedeler Tonnenhafen angelandet und per Lkw über den Deichverteidigungsweg, also binnendeichs zur Baustelle gefahren. Nur ein kleiner Teil der Laster, die Planer rechnen mit durchschnittlich vier Fahrten pro Tag sowie der gesamte Pkw-Verkehr (30 Fahrten) wird durch Hetlingen geleitet.

Die Entwurfsplanungen haben 2010 begonnen. 2013 und 2014 wird der neue Düker gebaut, 2015 der alte demontiert. Ende 2012 soll das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Bis zum 26. Juni können Bürger Einwände geltend machen.

E.on Hanse raus, Open Grid Europe rein Einen Besitzerwechsel gibt es beim Hetlinger Elbdüker: Bisher hatte E.on Hanse (Quickborn) und „Gasunie Deutschland“ (Hannover) den Neubau geplant. Nun hat das schleswig-holsteinische Energieversorgungsunternehmen an „Open Grid Europe“ (Essen) verkauft. Der Besitzerwechsel wird zum 1. Januar 2013 vollzogen. Damit scheidet E.on als Vorhabenträger aus dem Dükerprojekt aus, das dann nur noch von der Open Grid und der Gasunie betrieben wird.

Die Kaufverträge sind bereits unterschrieben worden. „Hintergrund dieses Verkaufs ist, dass E.on Hanse ein Betreiber von sogenannten Verteilnetzen und kein Betreiber von Transportnetzen ist“, erklärt Pressesprecher Ove Struck. Open Grid Europe und Gasunie sind Fernnetzbetreiber. (tp)

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