zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 07:32 Uhr

Neue Zahlen zur Kreisstraße 22

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

interessengemeinschaftDas Tornescher Zentrum könnte laut eines Gutachtens um mehr als 40 Prozent entlastet werden

Der Bau der Kreisstraße 22 bleibt ein heiß diskutiertes Thema in Tornesch. Nun hat die Interessengemeinschaft (IG) Südtangente Tornesch-Esingen ein Gutachten präsentiert, das die Entlastungswirkung der von der IG vorgeschlagenen Alternativtrasse für das Stadtzentrum auf mehr als 40 Prozent beziffert. Erreicht werden könnte dieser Wert laut Gutachten mit einer Verbindungsstraße, die in Uetersen in Höhe „Bierbahnhof“ vom Tornescher Weg abzweigt und bis zum Wischmöhlenweg verläuft. Die Mitglieder der IG fordern nun eine grundsätzliche Neuplanung der Trasse.

2006 hatte der Kreis Pinneberg ein Verkehrsgutachten erstellen lassen, das vor wenigen Jahren aktualisiert wurde. Es kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeit geplante K  22-Trasse durch den Tornescher Ortsteil Esingen für das Stadtzentrum eine Entlastung zwischen 11 und 18 Prozent bringen würde. Zahlen, die laut Michael Krüger und Jürgen Körner von der IG nicht die Kriterien einer Orts-Umgehungsstraße erfüllen. Dafür seien deutlich höhere Entlastungen notwendig. Zudem würden die vom Kreis vorgelegten Zahlen eine weitere Teilung der Stadt − neben Bahnstrecke und Ahrenloher Straße − nicht rechtfertigen.

Bereits 2014 haben Krüger, Körner und ihre Mitstreiter deswegen ein eigenes Gutachten bei der Firma RegioConsult, Verkehrs- und Umweltmanagement in Marburg, in Auftrag gegeben. Auf Basis des Kreis-Gutachtens von 2006, dem sogenannten Schubert-Verkehrsgutachten für Tornesch aus 2013 und eigener Berechnungen wurde darin auf 56 Seiten die mögliche Entlastungswirkung der von der IG vorgeschlagenen K  22-Alternativtrasse untersucht. Ergebnis: Von 14700 Fahrzeugen würden 5900 − also rund 40 Prozent − den Tornescher Weg verlassen und eine Querverbindung zum Wischmöhlenweg nutzen.

Und die Mitglieder der Interessengemeinschaft gehen sogar von einer noch größeren Entlastung für das Tornescher Stadtzentrum aus: Da die Marburger Experten das Verkehrsaufkommen in Höhe des Baumarkts als Grundlage genommen hätten, seien Fahrzeuge, die derzeit die Verlängerung des Tornescher Wegs in Richtung Friedlandstraße befahren, gar nicht berücksichtigt, so Krüger. Er geht deswegen von mehr als 7000 Fahrzeugen aus, die eine in Höhe des Getränkehandels beginnende Querverbindung nutzen würden. „Egal, ob es am Ende 40 oder 50 Prozent sind: Es sind wesentlich mehr als die 18 Prozent vom Kreis“, so Krüger.


2,25 Millionen Euro für die Querverbindung?


Die Kosten für die neue, zirka 1600 Meter lange Straße beziffert Krüger auf 2,25 Millionen Euro und beruft sich dabei auf eine Kostenschätzung eines Ingenieurbüros von 2007. „Das sind nicht mal 10 Prozent des gesamten K  22-Baukosten“, sagt Krüger.

Die Interessengemeinschaft fordert nun, die Ortsumgehung neu zu planen und kritisiert erneut, dass ihre Variante − eine weiträumige Südumgehung bis zum Bahnübergang in Prisdorf und Anschluss an die Pinneberger Westumgehung − gar nicht erst untersucht werde. Bestätigt, zumindest in Teilen, sehen sich Krüger und Körner auch durch den jüngst vorgestellten Verkehrsentwicklungsplan. Dieser schlägt den Bau eines Tunnels am Bahnübergang in Prisdorf vor (wir berichteten). Eine Forderung, die die IG schon seit Jahren erhebt. Doch Krüger bezweifelt, dass sowohl vor Prisdorf als auch im Zuge der bislang geplanten K  22-Trasse durch Esingen ein Tunnel gebaut wird. Das sei aufgrund der zu erwartenden Kosten unrealistisch, so Krüger. Er schlägt deswegen einen „Nottunnel“ als Bahnunterführung im Gärtnerweg in Esingen vor. Nach dem Vorbild Norderstraße könnte dieser laut Krüger den nördlichen Bereich unter anderem mit den Schulen im Süden verbinden.

Eigentlich wollten Krüger und Körner das Gutachten erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen − es quasi als Faustpfand zurückhalten. Doch vor dem Hintergrund des Verkehrsentwicklungsplans und der darin erwähnten Tunnelanlage in Prisdorf habe man sich entschlossen, bereits jetzt an die Öffentlichkeit zu treten. Zudem richten Krüger und Körner einen Appell an die Tornescher Politik: „Lasst uns nochmal sprechen.“ Doch die beiden machen ebenfalls deutlich, dass sie notfalls juristisch gegen den Bau der K22 vorgehen werden. „Wir würden wieder vor Gericht ziehen“, so Krüger.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Feb.2017 | 16:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen