Zerwürfnis : Neue Partei in Wedel

Nur noch dritte Kraft wird die SPD in Zukunft im Rat der Stadt sein, nachdem sich sechs ihrer elf Ratsmitglieder aus der Fraktion und obendrein aus der Partei verabschiedet haben. Sie gründeten die „Wedeler Soziale Initiative“ (WSI). Mit dabei auch die sich erst seit Juni im Amt befindende Stadtpräsidentin Renate Palm. Die Gründe für die laut Ratsherrn Joachim Funck keinesweges überhastete Entscheidung sollen ein inhaltlich und menschlich erheblich gestörtes Verhältnis zur Fraktion und zum Vorstand der Partei. Man sah, so Funck, „keine realistische Möglichkeit mehr“, zu einem konsensorientierten Kommunikationsprozess zu gelangen.

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19. November 2013, 21:51 Uhr

Funck, der bisher Ortsvereinschef war, wird Vorsitzender der WSI, die in der Wedeler Ratsversammlung mit sechs Sitzen zweitstärkste Fraktion nach der CDU sein wird. Die SPD teilt sich gemeinsam mit den Grünen Platz drei (je fünf Sitze). Mit von der WSI-Partie sind Ex-SPD-Fraktionschef Andreas Schnieber, sein zweiter Stellvertreter Stephan Bakan, Birgit Neumann-Rystow und Ingrid Paradies.

Offenbar war es der Umgang untereinander, der schließlich dazu führte, dass aus einem Unzufriedenen zwei wurden, dann drei, dann vier und am Ende waren es sechs Fraktionsmitglieder, die die Nase voll hatten.

Und was macht der politische Gegner? Er hat es schon geahnt, wie der Vorsitzende der Wedeler CDU, Ulrich Kloevekorn, durchblicken lässt: „Man hat schon gemerkt, dass es brodelt, aber dass es so gewaltig endet, hätte ich nicht gedacht“, sagte Kloevekorn. Er habe seine Vermutungen, wer Schuld an diesem Ausgang ist, wolle das aber nicht kommentieren, erklärte Kloevekorn, der auch zweiter stellvertretender Stadtpräsident ist. Spannend bleibt nach allem, wie man sich in Zukunft so verträgt im Wedeler Rat. Für die CDU muss sich nicht zwangsläufig ein Vorteil ergeben. Denn manchmal führt ja eine Trennung von Zerstrittenen dazu, dass man sich besser versteht als vorher. In diesem Fall würden sich die Kräfteverhältnisse in der Wedeler Politik wohl kaum oder nur leicht verändern.

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