Ausschreibung : Neue Kostenexplosion beim Kita-Bau

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Noch einmal tiefer in die Tasche greifen müssen die beiden Gemeinden Haseldorf und Haselau für den Neubau des Kindergartens.

shz.de von
26. Januar 2012, 20:44 Uhr

Die Ausschreibungen haben teilweise deutliche Kostensteigerungen ergeben. Über diese Ergebnisse und eine Sitzung des Sonderausschusses informierten die beiden Bürgermeister Uwe Schölermann (Haseldorf) und Rolf Herrmann (Haselau, beide CDU) mit einem Pressegespräch.

Von 1,4 Millionen Euro ware die Architekten bisher ausgegangen. Bei den meisten Gewerken kämen die Schätzungen auch hin, erklärte Schölermann. Bei zweien sei man nicht ganz so erfreut gewesen.

„Zahlen wollen wir eigentlich nicht nennen“, erklärte das Haseldorfer Gemeindeoberhaupt. Sein Kollege aus dem Nachbardorf lüftete jedoch ein klein bisschen das Geheimnis. Die Kostensteigerung liege bei zehn Prozent, so Herrmann, allerdings ohne eine konkrete Summe zu nennen. Damit wäre man bei 1,54 Millionen Euro.

Nach UeNa-Informationen wird am Ende voraussichtlich ein anderer Betrag stehen. Von 1,6 Millionen Euro ist man während der Diskussionen im Sonderausschuss ausgegangen. Grund: Es kommen bisher nicht bekannte Arbeiten im Bereich Entsorgung hinzu. Wie viel diese kosten, kann bisher nur geschätzt werden. Weiterhin sind die Erschließungen der Außenanlagen sowie die Einrichtung des Kindergartens noch nicht ausgeschrieben worden. Schölermann und Herrmann zeigten sich allerdings optimistisch, dass die Ergebnisse dieser Ausschreibungen nicht von den jetzigen Schätzungen abweichen werden.

Zudem versucht man im Sonderausschuss noch einmal den Rotstift anzusetzen. Ertens wurde der Architekt beauftragt, die Angebote der Handwerker nachzurechnen. Zweitens soll er noch einmal nach Einsparpotenzialen fahnden. Standards wollen die Politiker aber nicht senken.

Die beiden Kommunen müssen damit eine zweite Kostenexplosion verkraften. Der ehemalige Haseldorfer Bürgermeister Heinz Lüchau (CDU) hatte anfangs das Angebot eines Generalunternehmers aufgetan, der sich auf den Kindergarten-Neubau spezialisiert hat. Dieser verfügt über standardisierte Pläne, die den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Knapp eine Millionen Euro wollte der Generalunternehmer haben. Zum Zuge kam er nicht, weil das Schleswig-Holsteinsiche Mittelstandsförderungsgesetz eine gewerkeweise Ausschreibung vorsieht, was dieser Anbieter ablehnte. Danach wurde ein Architekt mit den Planungen beauftragt, der auf Kosten von 1,5 Millionen Euro kam. Zu viel, sagten die Politiker, und der Architekt musste das Projekt auf 1,4 Millionen Euro reduzieren.

Sondersitzung der Gemeindevertretungen notwendig: Auf 1,4 Millionen Euro haben die Gemeindevertreter aus Haseldorf und Haselau die Kosten für den neuen Kindergarten festgeschrieben. Dies fixierten sie auch in dem Vertrag zwischen den beiden Kommunen, der Grundlage der Kooperation ist.

Nach der Kostensteigerung müssen die Politiker noch einmal entscheiden. „Ich hoffe, dass die Gemeindevertretungen zustimmen werden“, sagte Pastor Dr. Helmut Nagel. Die Haseldorfer St. Gabrielkirche wird Träger des Kindergartens. Nagel hatte die zukünftige Kita-Leiterin Angela Dücker mitgebracht.

„Was wir begonnen haben, sollten wir zu einem guten Ende bringen“, erklärte der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann. Und für die Haseldorfer Gemeindevertretung stellte Bürgermeister Uwe Schölermann (beide CDU) fest: „Wir stehen alle voll hinter dem Projekt.“

Zur entscheidenden Sitzung kommen die Gemeindevertretungen am Dienstag, 7. Februar, um 20 Uhr im Haseldorfer Hof zusammen. Anfangs werden die Architekten die Ergebnisse der Ausschreibungen noch einmal den Haseldorfer und Haselauer Politikern vorstellen sowie Fragen beantworten, die während der Sitzung des Kita-Sonderausschusses aufgetaucht waren. Anschließend gehen die Gemeinderäte aus beiden Dörfern zu getrennten Sitzungen auseinander, in denen diskutiert und abgestimmt werden soll. Die Bürger sollen die Beratungen allerdings nicht verfolgen können. Die Sitzungen sind nicht-öffentlich. Das Argument der beiden Bürgermeister: Es werden Namen und Zahlen genannt.

Stoppen können die Politiker das Projekt allerdings nicht nur nicht, weil bereits der Grundstein gelegt wurde und ein Bauschild von dem Vorhaben zeugt. Nach der Ausschreibung ist ein Zurück auch rechtlich nicht mehr möglich.

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