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Uetersener Nachrichten

21. September 2017 | 16:23 Uhr

naturschutz : Neue Eigenheime für die Eulen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Klaus-Groth-Schüler bauen im Technikunterricht Waldkauzkästen. Natürliche Höhlen sind Mangelware.

von
erstellt am 23.Jun.2017 | 16:05 Uhr

Tornesch | Wie sich Schulunterricht und Umweltschutz ganz praktisch verbinden lassen, wird derzeit an der Klaus-Groth-Schule in Tornesch deutlich. Während des Technikunterrichts bauen Zehntklässler Waldkauz-Kästen, die im Herbst an verschiedenen Standorten in der Stadt aufgehängt werden sollen.

Es ist ein Gewinn für beide Seiten: Während die Schüler ihre handwerklichen Fähigkeiten schulen, erhalten die Tiere weitere Brutmöglichkeiten in der Region. Beim Waldkauz handelt es sich um eine Eulenart, die in ganz Mitteleuropa heimisch ist. Gefährdet ist die Art nicht, die Bestände sind stabil. Dennoch fehle gerade in der hiesigen Region älterer Baumbestand, der als natürliche Höhle für die Tiere dienen könnte, erläutert Johannes Schlüter, Jäger aus Tornesch.

Schlüter und seine Kollegen wollen die Kästen ab Oktober aufhängen. Die Standorte sollen in den kommenden Wochen und Monaten festgelegt werden. Grundsätzlich gilt: Ab vier Meter aufwärts. Und immer paarweise. „Damit sowohl die Jungvögel als auch die Altvögel bei der Aufzucht eine Bleibe haben“, erläutert Susan Jendrsczok, die die Idee zu dem Projekt hatte. Jendrsczok ist Lehrerin am Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium, lebt aber in Tornesch und hat dort gemeinsam mit Schülern bereits zahlreiche Apfelbäume gepflanzt. Da der Bau der Kästen am LMG allerdings nicht sinnvoll in den Unterricht integriert werden könne − es gibt dort keinen Werk- oder Technikunterricht −, habe sie bei den Kollegen der KGS angefragt, berichtet die Biologielehrerin. In Tornesch stieß sie auf offene Ohren. Seit dem Frühjahr sind Lehrer Guido Damerius und die Schüler des Technikunterrichts damit beschäftigt, die Kästen zu bauen, Grundlage ist eine Bauanleitung des Nabu.

Schrauben, Bohren, Schneiden − zweimal pro Woche arbeiten die Zehntklässler an dem Projekt. Entstanden ist eine regelrechte Serienproduktion, bei der jeder Schüler einen Arbeitsschritt ausführt. „Die Theorie dazu haben wir vorher besprochen“, berichtet Damerius. Ziel ist, 15 Kästen zu bauen.

Gerrit Pommerening (v. l.), Nico Lange, Oliver Koelbl und Momme Plüschau fertigen die Kästen in Serienproduktion. Jeder hat dabei eine Aufgabe zu erfüllen. Die Theorie dazu haben die Schüler im Vorwege gelernt.
Gerrit Pommerening (v. l.), Nico Lange, Oliver Koelbl und Momme Plüschau fertigen die Kästen in Serienproduktion. Jeder hat dabei eine Aufgabe zu erfüllen. Die Theorie dazu haben die Schüler im Vorwege gelernt. Foto: Philipp Dickersbach
 

Jendrsczok ist glücklich über das Engagement. „Es ist toll, dass Ihr das macht“, sagte sie während eines Besuchs des Technikunterrichts zu den Schülern. Jendrsczok und Schlüter hoffen, dass es die Eulen mit den neuen Brutmöglichkeiten leichter haben, sich in der Region zu halten. Die Biologielehrerin betont jedoch, dass für einen umfassenden Schutz der Tiere weitere Maßnahmen erforderlich seien. „Problematisch ist vor allem der Nahrungsmangel für die Eulen zu bestimmten Jahreszeiten.“

Der Waldkauz frisst bevorzugt Mäuse. Wichtig sei deswegen eine abwechslungsreiche Landschaft, die auch der Beute der Eulen eine Chance lasse, so Jendrsczok. Erste Schritte in diese Richtung seien die Blühflächen am Kummerfelder Weg und am Kanaldamm.

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