Neubaugebiet Tornesch am See : Neue Beschlüsse für das Seeumfeld

Entweder nördlich oder westlich des Sees soll die Gastronomie angesiedelt werden.
Entweder nördlich oder westlich des Sees soll die Gastronomie angesiedelt werden.

Ohlenhoff wird autofrei und zwei mögliche Standorte für die Gastronomie: CDU und FDP kippen SPD-Entscheidungen.

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06. Juli 2018, 16:05 Uhr

Die Straße Ohlenhoff im Neubaugebiet Tornesch am See soll autofrei werden. So viel steht seit der jüngsten Sitzung des Bauausschusses fest. Einen entsprechenden Beschluss fasste das Gremium mit den Stimmen von CDU und FDP. Doch ob der Verkehr künftig − wie von Christdemokraten und Liberalen angedacht − über den Schäferweg rollen wird, ist unklar. Zunächst muss die Straßenverkehrsaufsicht einen Blick auf die geplante Verkehrsführung werfen.

Die Rollenverteilung war klar: CDU und FDP als strikte Gegner von Verkehr auf dem künftigen Platzbereich am westlichen Seeufer, die SPD als Befürworter der Erreichbarkeit des Bereichs per Pkw. Eindeutig war auch die Beschlusslage. Die sah eine Einbahnstraßenregelung vor, lediglich aus Richtung Norden kommend sollten Fahrzeuge den Ohlenhoff passieren können. Doch dieser, noch aus der vergangenen Wahlperiode mit absoluter SPD-Mehrheit stammende Beschluss, hielt den neuen Mehrheitsverhältnissen in der Tornescher Kommunalpolitik nicht stand.

CDU und FDP hatten in den vergangenen Monaten stets betont, dass sie den Platz frei von Kraftfahrzeugen halten wollen. Nur so könne der gewünschte Erholungseffekt erzielt und eine Gefahr für Kinder, Senioren und andere Besucher der Freiflächen ausgeschlossen werden. Eine mögliche Gefährdung konnten die Sozialdemokraten hingegen nicht erkennen, unter anderem weil mit einer Einbahnstraßenregelung laut Experten maximal 1200 Fahrzeuge täglich den Platz queren würden. SPD-Vertreterin Susanne Dohrn betonte während der Bauausschusssitzung: „Der Platz soll per Auto erreichbar sein und die Leute sollen dort auch aussteigen können.“ Und Artur Rieck (SPD) sagte: „Die paar Fahrzeuge werden wir gar nicht spüren, ich kann von der Änderung nur abraten.“ Laut des nun verabschiedeten Beschlusses soll der Verkehr entlang der Einzelhandelsmärkte über den Schäferweg und dann auf den Baumschulenweg geführt werden. Bei der SPD sorgte das für Kritik. Mehrere 100 000 Euro würde die Umfahrung kosten, sagte Dohrn. Denn der Schäferweg müsste ausgebaut werden, darüber sind sich Politiker und Verwaltung einig. „Ich gehe davon aus, dass der Schäferweg sowieso ausgebaut werden muss“, sagte Howe Heitmann. Der CDU-Vertreter verwies auf in dem Bereich geplante Ausfahrten für Tiefgaragen.

Ebenfalls Anlass zur SPD-Kritik bot der von CDU und FDP beschlossene Standort der Gastronomie im Seeumfeld. Ob im nördlich des Gewässers gelegenen Baufeld B oder dem westlich am Platzbereich gelegenen Baufeld A − wo künftig gegessen und getrunken werden kann, soll der Investor entscheiden. „Wir verschenken sehr sehr viel Geld“, sagte Sozialdemokrat Klaus Früchtenicht. Seiner Meinung nach handelt es sich bei Baufeld B um das „Filet-Grundstück“. Würde dort ein Gastronomiebetrieb entstehen, würde das den Wert des Bereichs schmälern, so die Argumentation von Früchtenicht. Doch Christdemokraten und Liberale setzten sich durch und hoben den im Februar gefassten Beschluss für eine Festlegung auf Baufeld A auf. Die beiden Grünen-Vertreter enthielten sich bei der Abstimmung.

Ob es für die nun beschlossene Umfahrung des Platzbereichs über Schäfer- und Baumschulenweg tatsächlich grünes Licht gibt, ist allerdings noch unklar. Noch-Bürgermeister Roland Krügel (CDU) meldete jedenfalls bereits während der Sitzung Zweifel an der verkehrsrechtlichen Umsetzung an. Die Stadtverwaltung soll deswegen in den kommenden Wochen Gespräche mit der Straßenverkehrsaufsicht führen, um die Möglichkeiten abzuklopfen.

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