Projekt : Neubauvorhaben LMG: Bürgermeisterin spricht von einer „guten Idee“

In der Rosen- und Hochzeitsstadt machen Amts- und Mandatsträger keine Witze. Als Bürgermeisterin Andrea Hansen von dem Vorschlag von CDU-Ratsherr Andreas Stief erfuhr, angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit dem Kreis bezüglich der Übertragung des Ludwig-Meyn-Gymnasiums alternativ die Möglichkeit eines Neubaus prüfen zu lassen, sei ihr sofort klar gewesen, dass das ein ernst zu nehmender Vorschlag gewesen ist. Mehr noch: „Wir müssen über den Tellerrand schauen. Das ist eine gute Idee. Und ich nehme den Prüfauftrag gerne an“, machte die Bürgermeisterin ihre Sympathie für diesen Vorschlag deutlich.

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02. Juli 2012, 21:25 Uhr

Jetzt muss sich nur noch eine Mehrheit finden, die dem Antrag nach den Sommerferien zustimmt. Seitens der Uetersener CDU ist zumindest alles klar: „Wenn mit dem Ergebnis aus dem Mediationsverfahren von Kreisseite so umgegangen wird, dass man es gar nicht berücksichtigt, dann müssen wir diese Option prüfen. Langfristig kann sich das rechnen. Die Forderung des Kreises über die Jahre hinweg in Richtung Uetersen lassen überhaupt keine Verhandlungsstrategie erkennen“, so CDU-Fraktionschef Kai Feuerschütz.

Mit ihrer „Schwester“ auf Kreisebene liegen die Uetersener Christdemokraten diesbezüglich sichtbar im Streit. Und das liegt auch an dem aktuellen Newsletter „Pinneberg aktuell“ der CDU-Kreistagsfraktion. Kerstin Seyfert, Vorsitzende des Schulausschusses des Kreises, erinnert darin, dass auch der jüngste Vorschlag des Kreises, erarbeitet von einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, von Uetersen abgelehnt worden sei. Stellt sich die Frage, warum? Der Stadt sollte ein Erbbaurecht eingeräumt werden und hätte eine jährliche Summe in Höhe von 51000 Euro an den Kreis Pinneberg bezahlen sollen. „Eigentümer des Grundstückes im Wert von 1770763,29 Euro bliebe dann der Kreis Pinneberg, für die Instandhaltung ist die Stadt Uetersen zuständig“, erläutert Kerstin Seyfert in dem Brief. In Uetersen kommt diese Sichtweise der CDUFrau alles andere als gut an.

Doch es geht noch besser: Für Kerstin Seyfert ist die Ablehnung aus Uetersen „ein Schlag ins Gesicht“. „Wir haben Uetersen die Hand ausgestreckt, dieses Angebot haben sie ausgeschlagen.“ Kerstin Seyfert merkt an, dass Uetersen mit der Übertragung der Trägerschaft im Jahre 2009 auch Verantwortung übernommen hätte: „Die Stadt kann nicht notwendige Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen mit dem Hinweis auf die ungeklärte Eigentumsfrage vor sich herschieben“, kritisiert sie und spricht noch einen weiteren strittigen Punkt an: „Die Rosenstadt befürchtet, eine Summe von bis zu zehn Millionen Euro für die aufwendige Sanierung des baufälligen Gebäudes aufbringen zu müssen“. Der Kreis habe jedoch eine umfassende Schwammsanierung durchgeführt und mehr gemacht, als veranschlagt gewesen sei. Kerstin Seyfert schreibt, dass Uetersen Mittel aus dem Schullastenausgleich bekomme, um zu investieren. Diese Gelder, die die Stadt für Schüler erhält, die nicht aus Uetersen kommen, sollen sich auf rund 750000 Euro im Jahr belaufen. Die Kreistagsabgeordnete befürchtet, dass es jetzt zu einer gerichtlichen Lösung kommen wird, „es sei denn, beide Seiten bewegen sich noch aufeinander zu“. Danach sieht es nun aber nicht mehr aus. Denn Uetersen denkt alternativ.

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