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Wechsel : Neuausrichtung der Holsteiner Apfeltage

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Holsteiner Apfeltage sind tot! Es leben die Apfeltage! Die 15. Ausgabe vom 13. September bis zum 28. Oktober wird die letzte sein, die der Kreisbauernverband federführend organisiert. Betriebe seien ausgestiegen, erklärte Georg Kleinwort, Haselauer Obstbauer und Beisitzer im Kreisbauernverbandsvorstand während eines Pressegesprächs in der Kreisberufsschule, zu der auch Mitveranstalter und Sponsoren gekommen waren. Sein Sohn Raymond zum Beispiel, der den Betrieb vor einigen Jahren übernommen hatte, orientiere sich anders. „Alles hat ein Ende“, sagte Kleinwort.

Rettung für die Holsteiner Apfeltage kommt aus Uetersen. „Die ,Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe’ möchte zukünftig mit Ihnen die Organisation gewährleisten“, sagte Lebrecht von Ziehlberg vom Vorstand der IHG in die Runde. Mit ins Boot holen möchte er das Elbmarschenhaus, den Verein „Tourismus in der Marsch“, die Kreisberufsschule, den Verlag C.D.C. Heydorn, die Sparkasse Südholstein, Verwaltungen und Politiker.

Vor 15 Jahren bei den ersten Holsteiner Apfeltagen waren noch die Themen Obsterzeugung, Selbstvermarktung und Hofladen Marketingziele. „Der Schwerpunkt hat sich in den Tourismusbereich verlagert“, erläuterte von Ziehlberg. Naherholung in einer vom Apfelanbau geprägten historischen Landschaft vor den Toren der Großstadt, sei heute das Thema. Die Region habe sich in den vergangenen 15 Jahren verändert, sagte er mit Blick auf die entstandenen Hofcafés, das Elbmarschenhaus, die Künstlergalerien oder Angebote wie Fahrten mit dem „Tidenkieker“ oder der „Gloria“.

Veranstaltungen wie der Apfel-Quetscher-Tag in Seestermühe, die Holsteiner Apfeltage in Uetersen oder das Erntedankfest in Holm würde es auch ohne die Überschrift „Holsteiner Apfeltage“ geben. „Doch gemeinsam geht es besser“, steht für ihn fest, „hat es einen stärkeren Werbeeffekt.“

In den düstersten Farben skizzierte Georg Kleinwort die aktuelle Situation der Obstbauern. „Die schlechteste Ernte“ seit über 45 Jahren stünde bevor. Als Ursache nannte er das schlechte Wetter während der Blütezeit. Der Behang liege bei 50 bis 60 Prozent. Die Früchte seien deutlich kleiner als normal. „Wie sich die Preise entwickeln, ist nicht absehbar“, klagte Kleinwort.

Für die Schwierigkeiten der Obstbauern machte er auch „geändertes Verbraucherverhalten“ verantwortlich. Zweidrittel der Äpfel würden über Lidl und Aldi abgesetzt, so der Bauernfunktionär, nur fünf Prozent über die Erzeuger und kleine Gemüsegeschäfte.

Zu dem Treffen war auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Ole Schröder gekommen, der auf eine neue Untersuchung aus dem Haus der Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verwies. Danach gibt es ein wachsendes Interesse an regionalen Produkten. „Wichtig ist es, Landwirte und Kunden zusammen zu bringen“, so Schröder, „und die Holsteiner Apfeltage sind dazu eine hervorragende Gelegenheit.“

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erstellt am 22.Aug.2013 | 20:29 Uhr

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