Innovation aus Uetersen : Neu entwickeltes Papier stoppt Öl in Schokolade

Das von der Feldmuehle entwickelte Barrierestrichkonzept sorgt bei Papierverpackungen für einen wirksamen Schutz vor Mineralölmigration.
Foto:
Das von der Feldmuehle entwickelte Barrierestrichkonzept sorgt bei Papierverpackungen für einen wirksamen Schutz vor Mineralölmigration.

Neu entwickeltes Papier mit Barriere schützt auch andere Lebensmittel vor der Verunreinigung mit Kohlenwasserstoffen.

shz.de von
24. März 2017, 12:15 Uhr

Uetersen | 2012 hat die Stiftung Warentest bei einer Untersuchungsreihe festgestellt, dass die Schokoladenteilchen in 24 Adventskalendern Rückstände von Mineralölen enthielten. Diese aromatischen Kohlenwasserstoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Ein Mittel dagegen kommt jetzt aus Uetersen.

Dass diese Verunreinigung nach wie vor ein Thema ist, zeigte sich auch im vergangenen Jahr. Erneut wurden Mineralölrückstände in Schokoladen-Adventskalendern gefunden. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wies in der Schokolade von drei der fünf untersuchten Kalendern besagte Stoffe nach. Die Ursache steckt in den verwendeten Verpackungen. Mineralöle können sich nämlich von Kartonagen und Papieren auf Lebensmittel übertragen. Diese und mineralölähnliche Verbindungen können sowohl aus Druckfarben als auch aus Kunststofffolien entweichen. Negativ wirken sich mineralölhaltige Druckfarben daher auch beim Papierrecycling aus. Nun seien die festgestellten (niedrigen) Mineralölreste lebensmittelrechtlich nicht zu beanstanden, sagte zuletzt auch das bayerische Amt.

Allerdings klassifiziert das Bundesinstitut für Risikobewertung Mineralölrückstände in Lebensmitteln als „grundsätzlich unerwünscht“. Was tun, wenn alles schön bunt verpackt aber zugleich gesundheitlich unbedenklich sein soll? Die Techniker der Feldmuehle Uetersen haben sich intensiv mit der Frage befasst, wie Lebensmittel vor der Verunreinigung mit Mineralölen geschützt werden können. Im Papier- und Verpackungsunternehmen an der Pinnauallee hat man ganz offensichtlich kürzlich die Lösung gefunden und bereits ein Produkt in Verkehr gebracht, das mit einer so genannten Mineralölbarriere (MOB) ausgestattet ist. Diese werden von Markenartiklern bereits für Verpackungen von trockenen und fettigen Lebensmitteln eingesetzt.

Stolz auf die Entwicklung „made in Uetersen“

Das Produkt („MBO-Liner“) ist ein barrieregestrichenes Papier auf Frischfaserbasis und eigne sich insbesondere für Innenbeutel von Faltschachteln und mehrlagigen Beuteln sowie zur Kaschierung von Wellpappe, sagt Jeannette Kuhanen von der Marketingabteilung des Uetersener Unternehmens. „MOB-Flex“, ebenfalls ein barrieregestrichenes Papier auf Frischfaserbasis, kombiniere die wirksame Mineralölbarriere mit einer weißen und glänzenden Oberfläche.

Bei der Feldmuehle ist man stolz auf diese Entwicklung „made in Uetersen“. Die Papiere böten Lebensmittelproduzenten Sicherheit vor der Verunreinigung ihrer Produkte mit besagten Mineralölrückständen, so die Marketing-Fachfrau. Manager der Feldmuehle möchten ihre Erfindung während der „Packaging Innovations“ am 5. und 6. April in der Arena Berlin, Stand F07, der breiten Öffentlichkeit vorstellen.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen