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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 03:24 Uhr

Planfeststellung : Nein zur Elbvertiefung?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ab dem morgigen Freitag können die Bürger an der Unterelbe begutachten, was auf sie in Sachen „Fahrrinnenanpassung“ zukommt. Dann werden die Unterlagen des Planfeststellungsbeschlusses der Elbvertiefung ausgelegt. Um den modernsten Containerschiffen die Zufahrt zum Hamburger Hafen zu ermöglichen, soll der Fluss um einen auf dann 14,5 Meter ausgebaggert werden. Mit ihrer Zustimmung hatten Niedersachsen und Schleswig-Holstein Ende April den Weg für den von der Hansestadt geforderten Planfeststellungsbeschluss frei gemacht. Zuständige Behörden sind die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel und die Wirtschaftsbehörde in Hamburg.

Um knapp 2600 Seiten durchzuarbeiten, bleibt den Bürgern Zeit bis zum 7. Juni. „Wir werden sehen, wie unsere Einwände abgewogen worden sind“, erklärt der Haselauer Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU), der sich dieser Mammutaufgabe stellen will. Politiker aus der Unterelberegion hatten sich zusammen gesetzt und ihre Bedenken formuliert. Neben diesen inhaltlichen Vorbehalten hatte der Hamburger Rechtsanwalt Michael Günther im Auftrag der Kommunen noch rechtliche Bedenken geltend gemacht.

Hilfe von der neuen Kieler Landesregierung erhofft sich Herrmann bei einer befürchteten Auswirkung der Elbvertiefung. Um eine mögliche Versalzung des Grundwassers zu dokumentieren, fordern die Haselauer die Bohrung von Probebrunnen.

Der Kreistagsabgeordnete und Moorreger Gemeindevertreter Helmuth Kruse ist ein bekennender Gegner des Projekts. „Die Deichsicherheit ist nicht gewährleistet, die Strömungsgeschwindigkeit steigt dramatisch, die Flüsse und Sportboothäfen verschlicken weiter und die Naturschutzgebiete entlang der Elbe werden geschädigt“, zählt der Bündnisgrüne die Hauptgegenargumente auf. Um weitere Mängel des Beschlusses zu finden, wird er sich intensiv mit den Unterlagen befassen.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss kann nur noch vorgegangen werden mit einer Klage vorm Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Im Haselauer Umweltausschuss habe man sich darauf verständigt, dies nur zu tun, wenn sich eine größere Anzahl von Dörfern dazu entscheide und man sich einigen könne, wogegen man klage, erklärt Herrmann. Den Klageweg erwägen die Naturschutzverbände WWF, Nabu und Bund. „Sie sind die Einzigen, die dieses finanzielle Risiko eingehen können“, sagt Kruse.

Einsehbar sind die Unterlagen nicht nur im Haseldorfer Bürgerbüro und im Amt Moorrege zu den üblichen Öffnungszeiten, sondern auch im Internet. u www.wsv.de

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erstellt am 23.Mai.2012 | 20:25 Uhr

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