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Runder Tisch : Naturschutz im Visier der Landwirte

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ist ein alter, wirklich beigelegt werden konnte er bislang nicht. Nun gibt es offenbar neuen Zündstoff, denn die Landwirte möchten geklärt wissen, ob die bei der Unterschutzstellung des Haseldorfer Naturschutzgebietes gesteckten Ziele erreicht wurden, sprich: sich die von ihnen zu tragenden Einschränkungen im Sinne der Ökologie gelohnt haben.

Dabei geht es unter anderem um die Nutzungsbeschränkungen für landwirtschaftliche Flächen. Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf (CDU) traf sich gestern mit Vertretern des Kreisbauernverbandes, Landwirten und Fraktionskollegin Barbara Ostmeier, gleichzeitig Bürgermeisterin von Hetlingen, zu einem Gespräch, um Möglichkeiten einer Verständigung auszuloten.

„Ganz offenkundig hakt es in der Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz“, sagte sie und sicherte zu, Vertreter der Stiftung Naturschutz, die größte Landeignerin in Schleswig-Holstein, Landwirte, Vertreter der Kommunen und Naturschützer an einen Tisch holen zu wollen. Bauern wie Marten Plüschau (Haselau) werden sich dann wohl zu Wort melden.

Plüschau hat von der Stiftung acht Hektar Weidefläche im Deichvorland gepachtet, die er seit zwei Jahren wegen des schlechten Zustandes nicht nutzen kann. 30 Jahre Naturschutz, so sein Urteil, haben ihre Spuren hinterlassen. Das Land sei kaum noch befahrbar, unter anderem weil die Überfahrten rückgebaut wurden. Unebenheiten und das wegen der ständigen Vernässung minderwertige Gras sorgten zusätzlich dafür, dass auf der Fläche keine Rinder mehr zu mästen sind.

Weil er sich aber auch nicht trennen möchte von dem Stück Land, immerhin ist die Zahl der zur Verfügung stehenden Weide- und Ackerflächen im Kreis Pinneberg in den vergangenen zehn Jahren um acht Prozent geschrumpft, setzt er auf Verhandlungen und hofft auf einen Kompromiss. Plüschau steht nicht allein mit seiner Klage, der Naturschutz schwäche die Landwirtschaft.

Berufskollegen beobachten mit Sorge die großen Gänseschwärme auf ihren abgeernteten Feldern und Wiesen. Die Tiere machten einen Bogen um das Naturschutzgebiet, weil es dort keine für sie geeigneten Flächen gebe, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Lars Kuhlmann.

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erstellt am 21.Nov.2011 | 21:03 Uhr

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