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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 11:31 Uhr

Pilotprojekt : Nachwuchssuche 2.0

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wissenschaftler der Nordakademie haben ein neues eignungsdiagnostisches Verfahren entwickelt, um aus der Menge von Bewerbern um einen Ausbildungsplatz den optimalen Kandidaten herausfiltern zu können.

Ziel des Verfahrens, das bereits seit einem Jahr mit Erfolg getestet wird, ist es, personelle Fehlgriffe sowohl im Sinne des Unternehmens als auch des Mitarbeiters zu vermeiden und die Chancen auf eine erfolgreiche Ausbildung zu verbessern. Interessant für die Schulabgänger: Sie erfahren in einem neuartigen Online-Test viel über ihre Persönlichkeit und ihre Stärken. Für die Initialzündung ist Nordakademie-Absolventin Melanie Hachmann verantwortlich. In ihrer Bachelor-Arbeit ging sie der Frage nach, welche Mechanismen es braucht, um Bewerbungsverfahren effektiver und auch für die Kandidaten gewinnbringender zu gestalten. Zusammen mit Professor David Scheffer entwickelte sie im Anschluss einen psychologischen Test, an dem die Bewerber vorab im Internet teilnehmen. Den Zugangscode bekommen sie jeweils von dem Unternehmen, mit dem sie in Kontakt stehen. „Diese kurzen Tests enthalten keine Fragen mehr. Es sind vielmehr Wahrnehmungsexperimente und klassische Intelligenztests“, sagte Professor David Scheffer. Sie sollen das übliche Auswahlverfahren verbessern, den Personalchefs abseits von Schulnoten und Assessmentcenter Kriterien für eine Bewertung an die Hand geben. Bei dem Test bekomme der Kandidat sofort eine „äußerst wertschätzende Rückmeldung, die so nicht an die Unternehmen geht“, so Scheffer, der inzwischen mit der Sparkasse Elmshorn, Peter Kölln und den Werbern von „Drei-D“ kooperiert. Kölln-Personalmanager Stefan Geiser ist von dem Verfahren überzeugt. „Es geht darum, jedem Bewerber eine attraktive berufliche Perspektive zu verschaffen“, sagte er. Wenn er für ein Unternehmen nicht geeignet sei, habe das mit mangelnder Qualifikation nichts zu tun. Dann passe er möglicherweise gut in das Profil eines anderen Unternehmens. „Der Bewerber lernt durch die neue Eignungsdiagnostik nicht nur viel über sich selbst, sondern wird vielleicht auch noch mit einem Tipp ausgestattet, welches Unternehmen für ihn eher in Frage kommt.“

Ähnlich sieht das auch Sascha Schäfer von der Sparkasse Elmshorn, die das Verfahren ebenfalls testet. Allerdings warnte er auch vor überzogenen Erwartungen. Jeder Schulabgänger müsse sich nach wie vor mit seiner Zukunft intensiv auseinandersetzen. „Wir sind keine Arbeitsagentur“, sagte auch Stefan Geiser. Weitere Firmen sind in dem auf mindestens drei Jahre angelegten Pilotprojekt willkommen. Ansprechpartner ist David Scheffer, E-Mail: david.scheffer@nordakademie.de .

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erstellt am 10.Sep.2015 | 18:33 Uhr

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