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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 02:49 Uhr

Treffen : Nachwuchs dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Ausbildungsmarkt verändert sich: Es wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Zugleich stieg die Zahl unbesetzter betrieblicher Ausbildungsplätze auf einen Höchststand.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 19:14 Uhr

Das geht aus dem Berufsbildungsbericht der Bundesregierung hervor. Was tun? Darüber diskutierten die Landtagsabgeordneten Ines Strehlau und Bernd Voss (beide Bündnis 90/Die Grünen) mit dem Vorstand und der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Westholstein.

„In den Schulen wird nicht genügend praxisorientiert gelehrt“, so Thomas Dohrn, stellvertretender Kreishandwerksmeister aus Uetersen. „Deshalb müssen wir die Berufsorientierung im Unterricht verbessern“, sagte Ines Strehlau, bildungspolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion. Aber wie? Auch Lehrer sollten Praktika in Betrieben machen, um mehr Erfahrungen zu sammeln, forderte Kreishandwerksmeister Helmut Rowedder aus Itzehoe. Außerdem schlug er vor, dass die Personalchefs nach einem Praktikum im Betrieb den Schülern weitere Hinweise geben müssten. Für Claudia Mohr, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft ist indes klar: „Wir müssen die Verbindung Firma-Schule intensivieren und aufzeigen, dass im Handwerk für jeden Schulabschluss tolle Karrierechancen bestehen. Wir müssen auch mehr Migranten vom Wert einer Ausbildung in Deutschland überzeugen.“ Der Abgeordnete Bernd Voss betonte: „Die im europäischen Vergleich niedrige Jugendarbeitslosigkeit bei uns ist gerade auch ein Erfolg der bei uns gewachsenen etablierten dualen Berufsausbildungssysteme aus betrieblicher und schulischer Berufsausbildung. Das müssen wir stärken und ausbauen.“

Einig sind sich Politiker und Unternehmensvertreter, dass nach dem Schulabschluss noch längst nicht alle Jugendlichen fit genug sind, um voll ins Arbeitsleben einzusteigen. Ines Strehlau schlug vor, zum Beispiel mithilfe eines Berufsgrundbildungsjahrs diesen Übergang zu erleichtern. Dies sieht die Kreishandwerkerschaft Westholstein jedoch kritisch.

Um die Motivation der jungen Leute zu verbessern, sich auf diesen Weg zu begeben, plädiert die Grüne dafür, diese Zeit auf die Berufsausbildung anzurechnen. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie einigen anderen Berufen wird das auch in Schleswig-Holstein bereits praktiziert. Die Kreishandwerkerschaft Westholstein kann sich damit nicht anfreunden, diese Möglichkeit für alle Innungen freizugeben. „Das ist zu stark verschult. Die jungen Menschen, die man hiermit ansprechen will, wollen häufig den Schulalltag nicht mehr und wollen praktisch arbeiten“, so Geschäftsführerin Claudia Mohr. Ihr Kreishandwerksmeister Rowedder setzt auf einen anderen Weg: Er hat gute Erfahrungen damit gesammelt, noch nicht ausbildungsreifen Jugendlichen mit Langzeitpraktika an die Lehre heranzuführen. Doch auch der erfahrene Handwerksmeister weiß, dass die Firmen beständig weniger Bewerber für ihre Lehrstellen finden und trotzdem dringend mehr Nachwuchs benötigen.

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