Bürgermeisterwahl : Nachgefragt bei den zwei Tornescher Bürgermeisterkandidaten

Sie kandidieren: Bernhard Janz (CDU), Sabine Kählert und Maike Münster (beide parteilos).

Sie kandidieren: Bernhard Janz (CDU), Sabine Kählert und Maike Münster (beide parteilos).

Am 6. Mai wird gewählt. shz.de hat den drei Kandidaten vorab Fragen zu allen wichtigen Themen gestellt.

shz.de von
22. Mai 2018, 22:00 Uhr

Tornesch | Am 27. Mai kommt es in Tornesch zur Stichwahl. Dann wird entschieden, wer die Nachfolge von Roland Krügel (CDU) antritt. shz.de hat die zwei verbliebenen Kandidaten im Vorfeld befragt. Die Antworten lesen Sie an dieser Stelle.

Frage 1: Welche Pläne haben Sie, um den Tornescher Ortskern attraktiver zu gestalten?

Sabine Kählert (parteilos)

„Ich stelle mir einen Ortskern vor, der zum Bummeln und Verweilen einlädt. So gehört das gemütliche Café genauso dazu,  wie verschiedene Möglichkeiten zum Einkaufen und Dienstleistungsunternehmen.

Für den Ausbau der ärztlichen Versorgung werde ich den Plan zum Bau eines Ärztehauses auf dem alten Postgelände weiter unterstützen. Unser kleiner feiner Wochenmarkt ergänzt wunderbar das Lebensmittelangebot im Ort,  muss erhalten und in die Planung einbezogen werden. Es gilt, das Angebot in der Friedrichstraße zu stärken. Dafür hoffe ich auf die Wiedereröffnung  unseres ehemaligen Geschenkeladens in der künftigen Gewerbezeile im Erdgeschoss des im Bau befindlichen Wohnhauses. Veranstaltungen sowie der künftige Weihnachtsmarkt beleben unseren neuen  Ortskern.“

Bernhard Janz (CDU)

„Unseren Ortskern zum zentralen Ort der Begegnung für Familien, Senioren und Jugendliche gleichermaßen gestalten, mit Eiscafé und vielen Sitzgelegenheiten. Ein barrierefreier, fußgänger- und fahrradfreundlicher Treffpunkt zum Wohlfühlen, einladend und lebendig. Vom alten Penny bis zur Esinger Straße unter Wiederbelebung der Uetersener Straße macht ein U-förmiges Gebäude mit einem hellen, großzügigen, glasüberdachten Innenhof unseren Ortskern bei jedem Wetter attraktiv. Es bietet einen ausgewogenen Mix für regionale Künstler, Kultur, Handel und Dienstleistungen. Eine intelligente, variabel geplante Mehrfachnutzung ermöglicht eine bunte Vielfalt an Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Stadtfeste. Eine Finanzierung über eine Bürgergenossenschaft schafft Akzeptanz und Nähe.“

 

Frage 2: Wie soll Ihrer Meinung nach der Weihnachtsmarkt künftig ausgestaltet sein?

Sabine Kählert (parteilos)

„Der Weihnachtsmarkt sollte in der Zukunft, wie in anderen Städten auch, im Ortszentrum stattfinden. Wünschenswert wäre, dass sich sämtliche im Ortszentrum befindlichen Unternehmen zu einer Interessengemeinschaft zusammenschließen und die Organisation des Weihnachtsmarktes übernehmen. 

Das bekannte  und geschätzte Angebot von Vereinen, Verbänden, Kindertagesstätten und der AG Tornescher Wohlfahrtsverbände wird integriert und  durch kommerzielle Anbieter ergänzt. So soll sich ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt etablieren, der zur Freude aller Tornescher geplant und durchgeführt wird. Außerdem sollte dem Wunsch nach spontanen After-Work-Gesprächen in der Adventszeit  an einem Glühweinstand Rechnung getragen werden.“

Bernhard Janz (CDU)

„Unser Weihnachtsmarkt findet 2018 im und am Pomm 91 seine neue Heimat. Der alte Standort am Rathaus ist damit Vergangenheit. Das Pomm 91 bietet − innen − viel Platz für Café, Künstler und Kleinhandwerk, sowie sanitäre Anlagen und − außen − im Anfahrtsbereich attraktive Flächen für viele Stände. Viele Tornescher wünschen sich einen mehrtägigen Weihnachtsmarkt, die Möglichkeiten zur Umsetzung könnten Anfang 2019 geprüft werden. Ich möchte unser Tornesch weihnachtlicher gestalten. So sollte es während der Weihnachtszeit in Bahnhofsnähe einen weihnachtlichen Treffpunkt geben: ein Stand zum Klönen bei heißem Kakao und Glühwein. Weihnachtsbaum und Weihnachtsbeleuchtung könnten von einem Tornescher „Marketingverein“, einem Zusammenschluss Tornescher Unternehmen und der Stadt, gesponsert werden.“

Frage 3: Wie soll eine adäquate Versorgung mit Kita-Plätzen sichergestellt werden?

Sabine Kählert (parteilos)

"Damit alle unseren kleinen Bürger betreut werden können und die richtigen Betreuungszeiten im Angebot sind, müssen sie bekannt sein. Momentan steht als Planungsgrundlage nur der Bedarfsplan des Kreises Pinneberg zur Verfügung. Dessen Ergebnisse sind bereits zum Zeitpunkt der Herausgabe veraltet, weil Daten aus vorangegangenen  Jahren berücksichtigt werden. Betreuungsbedarfe von Eltern, die zuziehen, sind nicht berücksichtigt, weil sie nicht vorhersehbar sind. Diese Plätze fehlen, wenn nicht in gleicher Anzahl  Abmeldungen erfolgen. Die  Kita-Datenbank ist daher als Planungsinstrument landesweit einzuführen, die Förderprogramme zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze müssen verlängert, neue Betreuungsmodelle entwickelt und die laufende Finanzierung gesichert werden."

Bernhard Janz (CDU)

"Für die adäquate Versorgung mit Kita- und Schulplätzen ist eine vorausschauende Planung auf Basis von Einwohnerstrukturdaten, demographischer und empirischer Entwicklung unter Anwendung statistischer Methoden notwendig. Die Betreuung muss flexibel den Anforderungen junger Familien gerecht werden, zum Beispiel bedarfsorientierte Öffnungszeiten in Kita und Schule. Im Idealfall kostenfrei wie in Hamburg. Mindestens aber den von der SPD abgeschafften Tornescher Kita-Taler zur Entlastung der Familien wieder einführen! Den Fachkräftemangel gemeinsam abbauen: das Praktikum in Tornescher Kitas finanziell unterstützen, die Einführung einer dualen Ausbildung unterstützen. Aber auch offen und mutig Ideen prüfen statt abzulehnen, zum Beispiel die Idee einer Tornescher Seniorin „Oma & Opa Patenschaften“ zur Entlastung."

 

Frage 4: Wie wollen Sie den Wünschen und Bedürfnissen der älteren Tornescher gerecht werden?

Sabine Kählert (parteilos)

"Schon heute  ist eine Infrastruktur zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird. Barrierefreie Fußwege, eine längere Fußgängerampelschaltung, stolperfreie Bordsteinabsenkungen und vieles mehr. Bezahlbare barrierefreie Wohnungen  und moderne Notrufsysteme sind erforderlich, damit lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden möglich wird. Der Leistungskatalog des Betreuten Wohnens ist den Bedarfen  anzupassen und neue Wege für die Finanzierung sind zu entwickeln.  Das Ärztezentrum wird benötigt. Der ÖPNV muss ausgebaut werden. Über eine Anrufbuslinie oder ein Anruftaxi für ältere Mitbürger, die außerhalb des Ortszentrums wohnen,  ist zu beraten.  Vereine und Verbände werden in die Planungen mit einbezogen und die ehrenamtlichen Angebote im Pomm 91 werden erweitert."

Bernhard Janz (CDU)

"Förderung und Ausbau des Austausches mit unseren Seniorengruppen (SoVD, VHS Ü60 aktiv, Wohlfahrtsverbände), zusätzlich Wiederbelebung und Stärkung unseres Seniorenbeirates. Schon heute berichten viele Senioren, wo wir Verbesserungen realisieren können, zum Beispiel kurzfristig Barrierefreiheit auf allen Hauptfußwegen schaffen; mittelfristig auf allen Wegen. Dies hilft auch allen Familien mit Kinderwagen. Fußläufig grüne Inseln mit vielen Sitz- und Freizeitmöglichkeiten wie Boccia, Schach oder Dame in unseren Stadtkern integrieren. Sanitäre Anlagen sollten gut erreichbar sein. Mobilitätsangebote wie RuDi, der Rufbus Dithmarschen, oder Sammeltaxi/Mitfahrbank sind ebenso zu realisieren wie Radwege in Tornesch (kurzfristig) und in der Region (langfristig). Die sichere Nutzung von E-Bikes eingeschlossen."

 

Frage 5: Werden Sie sich für die Wiedereröffnung der Polizeistation in Tornesch einsetzen?

Sabine Kählert (parteilos)

"Nein,  ich setze mich dafür ein, dass die größte Polizeistation, die für die Sicherheit von 44000 Einwohner sorgt, personell verstärkt wird. Bei der Fusion waren es 41 Polizeibeamte. Heute sind in Uetersen noch 37 Beamte und zwei Leitungskräfte tätig. Der Revierleiter spricht von einer erfolgreichen Fusion.  Das bewährte Einsatzleitsystem sorgt für eine kurze Reaktionszeit bei Alarmierung. Die Polizei muss auf der Straße präsent sein. Die Schulpatenschaften müssen gepflegt werden.  Die Wache in Tornesch war im Vergleich zu heute am Wochenende nicht besetzt.  Alle Maßnahmen zum Erhalt der Wache waren erfolglos. Deshalb meine Unterstützung für mehr Personal und  Intensivierung der Gespräche zwischen Verwaltung, unserer Feuerwehr und Polizei, um für den Notfall gut aufgestellt zu sein."

Bernhard Janz (CDU)

"Ja für eine Wiedereröffnung der Tornescher Polizeistation! Zusätzlich sollte es mindestens einen bürgernahen Beamten geben. Ich bin in Zeiten groß geworden, da hieß es: Die Polizei, dein Freund und Helfer. Es wäre schön, wenn wir dieses Vertrauen wieder erwecken könnten. Statistiken analysieren die Vergangenheit, sie verhindern keine Straftaten. Deren Auswirkungen finden wir dort nicht. So klagen zum Beispiel Einbruchsopfer oft jahrelang nach der Tat noch über Angstattacken. Das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden ist ein hohes Gut, das wir schützen müssen. Das Gefühl von Sicherheit hat für eine Mehrheit von uns Torneschern eine sehr hohe Bedeutung. Unsere Wache lag präsent direkt an einer Haupteinfallstraße. Im Dunkeln strahlte ihr Blau gut sichtbar, zumindest eine kleine Abschreckung …?"

Frage 6: Wie kann die Verkehrssituation in der Stadt verbessert werden und wie stehen Sie zu der beschlossenen neuen Abbiegespur auf der Esinger Straße im Stadtzentrum?

Sabine Kählert (parteilos)

"Nach über 35 Jahren der Planung wird das Planfeststellungsverfahren für die K22  noch in diesem Jahr beendet werden. Zur Umsetzung müsste der Kreis Pinneberg als  Bauherr Finanzmittel in den Haushalt einstellen. Die erwartete Verkehrsentlastung könnte weiter durch den Ausbau des ÖPNV und des Radwegenetzes, eine Schnellbuslinie oder auch Car-Sharing gesteigert werden. Darüber entscheidet die Ratsversammlung nach Beratung im Fachausschuss. Die im Verkehrsgutachten empfohlene Abbiegespur wurde beschlossen und ist von der Verwaltung umzusetzen. Fördermittel sind zugesagt. Ein Bescheid liegt noch nicht vor. Sollte die neue Ratsversammlung den Beschluss aufheben, ist zu prüfen, ob und in welchem Maße eine Entlastung mit einer „intelligenten“ Ampelschaltung zu erreichen wäre."

Bernhard Janz (CDU)

"Um die Verkehrssituation zu entlasten sind viele Schritte notwendig, die in Summe etwas Entlastung schaffen könnten. Ohne eine Umgehungsstraße wird diese aber nicht nachhaltig wirksam sein können. Die Erweiterung der Kreuzung im Stadtzentrum auf vier Spuren sollte verhindert werden. Dies wünschen sich viele Tornescher, da die Straße auf einer Länge von circa 80 Metern um etwa drei Meter verbreitert wird. Durch das Baumfällen hätten wir noch weniger Grün in unserer Stadtmitte. Erst sollten Maßnahmen wie zum Beispiel Ampelschaltungen optimieren, linke und geradeaus Spur zusammenlegen, grüner Pfeil für Rechtsabbieger umgesetzt werden. Interessante Alternativen für die Autofahrer sind notwendig, zum Beispiel für alle Pendler schnelle und ausreichende ÖPNV-Angebote, ebenso wichtig ist eine gute Fahrradinfrastruktur."

Frage 7: Werden Sie sich für eine mögliche Stadtbahn zwischen Uetersen und Tornesch einsetzen?

Sabine Kählert (parteilos)

„Nein, weil keines der Gutachten eine erhebliche Entlastung des Verkehrs durch Schaffung einer Stadtbahn bestätigt hat.  Der Zeitbedarf für den Weg von Uetersen zum Tornescher Bahnhof und zurück mit dem Fahrrad oder dem Kfz ist deutlich geringer. Deshalb wird dieses Angebot nach meiner Einschätzung nicht angenommen werden.  Untersuchungen haben darüber hinaus nachgewiesen, dass die notwendige Investition in Infrastruktur und Fahrzeuge nicht wirtschaftlich ist. Vermutlich  wird sich deshalb  kein Unternehmen finden, das die Stadtbahn ohne Zuschüsse der Städte betreiben wollen wird. Der Endpunkt der Stadtbahn auf Höhe der Kreuzung Ahrenloher Straße/Esinger Straße/Friedrichstraße wird die Verkehrsbelastung zusätzlich erhöhen und keinesfalls entlasten.“

Bernhard Janz (CDU)

„Unsere Verkehrsprobleme im Stadtkern sind nicht mit einer Maßnahme allein zu lösen. Ein elektrischer Schienenbus, als schnelle und direkte Verbindung, ist eine ergänzende, umweltfreundliche Option. Ein Schienenbus schwimmt im Verkehr mit. Anders als eine Bahn richtet er sich nach der Straßenverkehrsordnung und integriert sich in den vorhandenen Verkehr. Haben die Fußgänger grün, quert auch er die Straße. Eigene Ampelphasen sind nicht notwendig. Weitere Maßnahmen zur Verkehrsentlastung sind notwendig: zwingend eine Umgehungsstraße, die Untertunnelung des Prisdorfer Bahnüberganges, eine gute Fahrradinfrastruktur, moderner und flexibler ÖPNV, intelligente Ampelschaltungen, grüner Pfeil und ausreichend P+R-Parkplätze für unsere Tornescher Pendler. Ziel ist es, unseren Stadtkern zu entlasten!“

Frage 8: Das Interesse an Lokalpolitik scheint insgesamt gering. Im Sitzungssaal des Rathauses herrscht häufig gähnende Leere. Ist das für Sie ein Problem?

Sabine Kählert (parteilos)

„Das Desinteresse ist einer zunehmenden Politikverdrossenheit zuzuschreiben und kann zu einem Problem werden, wenn sich Planungen und Beschlüsse nicht mehr an den Bedürfnissen ausrichten. Auch die Bereitschaft zur Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeit könnte sinken. Ich möchte das Interesse mit Einwohnerversammlungen, Zukunftsworkshops und Bürgersprechstunden zurück gewinnen. Gerade auf die Entwicklung des Ortskerns, der Schulen, der   Kindergärten u.v.m. kann durch Anregungen in den Gremien Einfluss genommen werden. In den sozialen Medien wird viel kritisiert, aber leider fehlen oft konstruktive Vorschläge. Danke an die politischen Vertreter, die zum Wohle der Allgemeinheit  ehrenamtlich viel Freizeit für die Entwicklung von Tornesch investieren.“

Bernhard Janz (CDU)

„Ich finde es eher schade. In vielen Gesprächen, die ich gerade führe, haben die Tornescher eine sehr klare Vorstellung zu vielen der aktuellen Themen. Wir müssen es schaffen, dass sie sich parteiunabhängig einbringen können und so das Interesse an Lokalpolitik stärken und Vertrauen aufbauen. Meine Vorschläge, zum Beispiel Marketingverein für Unternehmen, runder Tisch für Jugendliche, Wiederbelebung des Seniorenbeirates, können ein Weg sein, wieder mehr Bürger für unsere Lokalpolitik zu begeistern. Möglichkeiten schaffen, um parteiunabhängig mitgestalten/mitarbeiten zu können. Gemeinsam mit der KGST könnte eine Projektwoche „kommunale Entscheidungen“ angeboten werden. Ausgewählte Sitzungen könnten vor Ort, nicht im Sitzungssaal, stattfinden und so mehr Transparenz und Bürgernähe schaffen.“

Frage 9:  Welche Rolle spielen für Sie der Umweltschutz und eine „grüne Lunge“ für Tornesch?

Sabine Kählert (parteilos)

„Der Umweltschutz soll und muss bei allen Planungen beachtet werden. Es ist unser Lebensraum, den es zu schützen gilt. Dies beginnt schon bei der Müllvermeidung, endet aber noch lange nicht bei dem Verbot des Einsatzes von Glyphosat.  Die Ausgleichsflächen, Grünflächen, Landschaftsschutzgebiete, Wald und Natur sind unsere „grüne Lunge“. Tornesch ist nur dann liebens- und lebenswert, wenn Natur und Landschaft erhalten werden. Für Bebauung muss ein Ausgleich geschaffen werden.  In den Wohngebieten sind kleine Naherholungsbereiche zu schaffen. Wiesen werden benötigt, um Insekten Nahrung zu geben, die für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar sind. Ich möchte, dass auch mein Enkel mit seinen Kindern noch in einer gesunden Umwelt leben kann. Dazu haben wir alle beizutragen.“

Bernhard Janz (CDU)

„Janz klar: eine große, wichtige Rolle! Ein Bereich des Umweltschutzes wurde in den Fragen zuvor dargestellt: Unsere Verkehrsinfrastruktur! Hier gilt es so viel Individualverkehr wie möglich zu vermeiden und durch ÖPNV und Fahrrad zu ersetzen. Ein weiterer Bereich ist unsere „grüne Lunge“: Im Stadtkern Bäume und Grünanlagen erhalten und, wo möglich, erweitern. Die Idee von Grünpatenschaften gefällt mir sehr, vielleicht für Mieter aus den mehrgeschossigen Neubauten interessant. Hier haben wir großes Entwicklungspotenzial. Blühwiesen und Blühstreifen sind im Außenbereich interessant. Fruchtgebende und blühende Pflanzen sollten gefördert und Monokulturen vermieden werden. Entlang Pinnau, Bilsbek und Esinger Wohld bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung unserer grünen Naherholung.“

 

Frage 10: Wird der See im gleichnamigen Neubaugebiet während der kommenden Wahlperiode fertiggestellt?

Sabine Kählert (parteilos)

„Das ist natürlich schwer zu beurteilen, weil die künftige Zusammensetzung der politischen Gremien noch nicht  bekannt ist. Der  See ist  das Kernelement im Neubaugebiet.  Mit angrenzendem Platzbereich und einer großzügigen Grünanlage soll er als Naherholungsbereich ein Treffpunkt für unsere Bürgerinnen und Bürger werden.  Die Planungen sind fortgeschritten, die Baugebiete fast vollständig besiedelt. Die Grundstückseigentümer und auch mögliche Investoren vertrauen auf die Zusagen. Die einzelnen Bauabschnitte – erst Mehrfamilienhäuser oder See −  sind nunmehr zu planen und zu beschließen.  Gleichzeitig muss das Verkehrsproblem im Baumschulenweg gelöst werden.  Dann bin ich zuversichtlich, dass der See in der nächsten Wahlperiode fertiggestellt wird.“

Bernhard Janz (CDU)

„Ja! Ich bin kein Freund davon aus Prinzip an alten Entscheidungen festzuhalten. Neu denken ist notwendig, da wir uns stetig weiter entwickeln. Beim See jedoch haben wir vielen Grundstückskäufern eine konkrete Vision verkauft. Da stehen wir im Wort und das ist mir wichtig! Den See möchte ich bürgerfreundlich gestalten: eine unmittelbare Umrundung des Sees muss gewährleistet sein, ein Café sollte eine West-Terrasse mit Blick auf den See erhalten und kein Autoverkehr führt unmittelbar am See vorbei. Erholung und Entspannung stehen im Focus! Idealerweise gestalten wir eine grüne Verbindung mit dem Spielplatz „Zauberflöte“, über den Schäferweg bis hin zum Esinger Wohld und weiter entlang der Bilsbek und Pinnau. Das wäre ein zusammenhängendes, vielfältig nutzbares Naherholungsgebiet. Für uns alle!“

11. Tornesch wird laut Experten bis 2030 zu den am stärksten wachsenden Kommunen im Kreis Pinneberg gehören. Wie wollen Sie das Wachstum „verträglich“ gestalten?

Sabine Kählert (parteilos)

„Diese mir bekannte Untersuchung hat die Aussage untermauert, dass Tornesch wachsen wird, während andere Städte im Kreis Pinneberg an Einwohnern verlieren werden. Ein maßvolles Wachstum wird durch die Entwicklung neuer Baugebiete und die Festlegung in B-Plänen gesteuert. Wachsen kann eine Stadt nur, wenn sie weitere Baugebiete ausweist und entsprechende Planungen auch umsetzt. Bei der Ausweisung von weiteren Baugebieten ist auf den Ausbau der Infrastruktur einschließlich des Angebots an Schulen, Kitas, altersgerechte Wohnungen etc. zu achten.“

Bernhard Janz (CDU)

„Aktuell sind die Baugebiete Tornesch am See, Alter Sportplatz, Am Grevenberg, Friedrichstraße und Thujaweg/ Kummerfelder Weg in der Umsetzung. Trotzdem bleibt die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum deutlich über dem Angebot. Tornesch verkraftet ohne eine vernünftig ausgebaute und intakte Infrastruktur (Verkehr, Fahrrad, ÖPNV, Bahn, Stadtkern) kein weiteres Wachstum. Unsere gesamte Infrastruktur ist bereits zum Teil deutlich überlastet. Neben den Landes- und Kreisstraßen, sind viele unserer Stadtstraßen in einem schlechten Zustand. In den kommenden Jahren müssen wir massiv sanieren. Weiteres Wachstum ist unter diesen Bedingungen nicht wirklich umsetzbar. Zusätzlich werden uns Neubaugebiete unserer Nachbargemeinden belasten. Unsere Hauptaufgabe der kommenden Jahre wird die Konsolidierung sein!“

 

12. Was werden Sie als erstes angehen, wenn Sie Rathauschef sind?

Sabine Kählert (parteilos)

„Als neue Bürgermeisterin von Tornesch werde ich zunächst einmal mit allen Mitarbeitern sprechen. Nach der zeitgleichen Kommunalwahl und der konstituierenden Sitzung der Ratsversammlung beginnt die politische Arbeit.    Ich spreche mit allen Fraktionen,  den Vereinen und Verbänden, um gemeinsam   Ziele für die Entwicklung von Tornesch abzustimmen und stelle mich bei den Unternehmen vor. Gemeinsam mit den Führungskräften und dem Rathausteam werden begonnene Maßnahmen fortgesetzt, erfolgreich beendet und die Verwaltung organisatorisch weiterentwickelt.  Da ich als langjährige Leiterin des Amtes für soziale Dienste das Rathaus und viele politischen Vertreter gut kenne, werde ich mich nach einer nur sehr kurzen Einarbeitungszeit schnell in die Arbeit für unsere Stadt  stürzen können.“

Bernhard Janz (CDU)

„Nach 32 Jahren geht Herr Krügel in den Ruhestand. Alle Mitarbeiter der Stadt kannten seinen Stil, seine Prioritäten, sehr gut. Es gab eine Art Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Nun kommt was Neues, Unbekanntes. Daher ist das Erste was ich angehen werde, die Mitarbeiter kennen zu lernen und sie mich. Mit Gruppen- und vielen Einzelgesprächen möchte ich gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Mein Ziel ist ein persönliches Gespräch mit jedem Mitarbeiter. Am 6. Mai werden viele neue Ratsmitglieder gewählt, zu allen möchte ich im direkten Dialog eine solide Vertrauensbasis aufbauen. Gemeinsame kommunale Schulungsveranstaltungen als Basis für Entscheidungssicherheit sind ein weiteres Ziel.“

 
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