Bürgermeisterwahl : Nachgefragt bei den drei Tornescher Bürgermeisterkandidaten

Sie kandidieren: Bernhard Janz (CDU), Sabine Kählert und Maike Münster (beide parteilos).
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Sie kandidieren: Bernhard Janz (CDU), Sabine Kählert und Maike Münster (beide parteilos).

Am 6. Mai wird gewählt. shz.de hat den drei Kandidaten vorab Fragen zu allen wichtigen Themen gestellt.

shz.de von
17. April 2018, 16:00 Uhr

Tornesch | Am 6. Mai haben die Bürger in Tornesch die Wahl und entscheiden über die Nachfolge von Roland Krügel (CDU). shz.de hat die drei Kandidaten im Vorfeld befragt. Die Antworten lesen Sie an dieser Stelle.

Frage 1: Welche Pläne haben Sie, um den Tornescher Ortskern attraktiver zu gestalten?

Sabine Kählert (parteilos)

„Ich stelle mir einen Ortskern vor, der zum Bummeln und Verweilen einlädt. So gehört das gemütliche Café genauso dazu,  wie verschiedene Möglichkeiten zum Einkaufen und Dienstleistungsunternehmen.

Für den Ausbau der ärztlichen Versorgung werde ich den Plan zum Bau eines Ärztehauses auf dem alten Postgelände weiter unterstützen. Unser kleiner feiner Wochenmarkt ergänzt wunderbar das Lebensmittelangebot im Ort,  muss erhalten und in die Planung einbezogen werden. Es gilt, das Angebot in der Friedrichstraße zu stärken. Dafür hoffe ich auf die Wiedereröffnung  unseres ehemaligen Geschenkeladens in der künftigen Gewerbezeile im Erdgeschoss des im Bau befindlichen Wohnhauses. Veranstaltungen sowie der künftige Weihnachtsmarkt beleben unseren neuen  Ortskern.“

Maike Münster (parteilos)

„In Tornesch fehlt ein vernünftiger, lebhafter und durchstrukturierter Ortsmittelpunkt. Hierfür sehe ich ein Ärztezentrum, ein Gemeinschafts- und Veranstaltungshaus sowie eine Veranstaltungsfläche. Diese werden unter anderem umgeben sein von einem Café mit Außenbereich und Spielecke, verschiedenem Einzelhandel (zum Beispiel für Kinderbekleidung, einem Schuh- und Fischgeschäft), einer zentralisierten Verwaltung sowie einer Polizeistation.

Der Ortskern soll kurze Wege beinhalten, behindertengerecht und zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto und dem ÖPNV gut und direkt zu erreichen sein. Das heißt, eine Bushaltestelle direkt vor dem Ärztezentrum, viele Fahrradstellplätze und kostenfreie Parkplätze für die Kunden sowie für die Anwohner. Das alles im Bezug auf eine gute Verkehrsführung und Vermeidung von Verkehrsstaus.“

Bernhard Janz (CDU)

„Unseren Ortskern zum zentralen Ort der Begegnung für Familien, Senioren und Jugendliche gleichermaßen gestalten, mit Eiscafé und vielen Sitzgelegenheiten. Ein barrierefreier, fußgänger- und fahrradfreundlicher Treffpunkt zum Wohlfühlen, einladend und lebendig. Vom alten Penny bis zur Esinger Straße unter Wiederbelebung der Uetersener Straße macht ein U-förmiges Gebäude mit einem hellen, großzügigen, glasüberdachten Innenhof unseren Ortskern bei jedem Wetter attraktiv. Es bietet einen ausgewogenen Mix für regionale Künstler, Kultur, Handel und Dienstleistungen. Eine intelligente, variabel geplante Mehrfachnutzung ermöglicht eine bunte Vielfalt an Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und Stadtfeste. Eine Finanzierung über eine Bürgergenossenschaft schafft Akzeptanz und Nähe.“

 

Frage 2: Wie soll Ihrer Meinung nach der Weihnachtsmarkt künftig ausgestaltet sein?

Sabine Kählert (parteilos)

„Der Weihnachtsmarkt sollte in der Zukunft, wie in anderen Städten auch, im Ortszentrum stattfinden. Wünschenswert wäre, dass sich sämtliche im Ortszentrum befindlichen Unternehmen zu einer Interessengemeinschaft zusammenschließen und die Organisation des Weihnachtsmarktes übernehmen. 

Das bekannte  und geschätzte Angebot von Vereinen, Verbänden, Kindertagesstätten und der AG Tornescher Wohlfahrtsverbände wird integriert und  durch kommerzielle Anbieter ergänzt. So soll sich ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt etablieren, der zur Freude aller Tornescher geplant und durchgeführt wird. Außerdem sollte dem Wunsch nach spontanen After-Work-Gesprächen in der Adventszeit  an einem Glühweinstand Rechnung getragen werden.“

Maike Münster (parteilos)

„Als erster Schritt sollte der Weihnachtsmarkt wieder zurück ins Zentrum, in die Nähe des Bahnhofes, verlegt werden. Hier hatte der Weihnachtsmarkt, wie ich es selbst schon damals in den 80er Jahren erleben durfte, guten Anklang gefunden. Die Atmosphäre sollte weihnachtlicher durch Musik, einen Weihnachtsmann und Christengel gestaltet werden. Ein vernünftiges Kinderkarussell, Mitmachaktionen sowie Weihnachtsmärchen für Groß und Klein dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Es ist wünschenswert, dass sich die Kindergärten, Schulen und Vereine viel mehr mit Verkaufsständen einbringen und dafür weniger politische Verkaufsstände vorhanden sind. Der Weihnachtsmarkt sollte sich mindestens über zwei Tage gestalten und nicht mit den großen Weihnachtsmärkten im Kreis Pinneberg kollidieren.“

Bernhard Janz (CDU)

„Unser Weihnachtsmarkt findet 2018 im und am Pomm 91 seine neue Heimat. Der alte Standort am Rathaus ist damit Vergangenheit. Das Pomm 91 bietet − innen − viel Platz für Café, Künstler und Kleinhandwerk, sowie sanitäre Anlagen und − außen − im Anfahrtsbereich attraktive Flächen für viele Stände. Viele Tornescher wünschen sich einen mehrtägigen Weihnachtsmarkt, die Möglichkeiten zur Umsetzung könnten Anfang 2019 geprüft werden. Ich möchte unser Tornesch weihnachtlicher gestalten. So sollte es während der Weihnachtszeit in Bahnhofsnähe einen weihnachtlichen Treffpunkt geben: ein Stand zum Klönen bei heißem Kakao und Glühwein. Weihnachtsbaum und Weihnachtsbeleuchtung könnten von einem Tornescher „Marketingverein“, einem Zusammenschluss Tornescher Unternehmen und der Stadt, gesponsert werden.“

Frage 3: Wie soll eine adäquate Versorgung mit Kita-Plätzen sichergestellt werden?

Sabine Kählert (parteilos)

"Damit alle unseren kleinen Bürger betreut werden können und die richtigen Betreuungszeiten im Angebot sind, müssen sie bekannt sein. Momentan steht als Planungsgrundlage nur der Bedarfsplan des Kreises Pinneberg zur Verfügung. Dessen Ergebnisse sind bereits zum Zeitpunkt der Herausgabe veraltet, weil Daten aus vorangegangenen  Jahren berücksichtigt werden. Betreuungsbedarfe von Eltern, die zuziehen, sind nicht berücksichtigt, weil sie nicht vorhersehbar sind. Diese Plätze fehlen, wenn nicht in gleicher Anzahl  Abmeldungen erfolgen. Die  Kita-Datenbank ist daher als Planungsinstrument landesweit einzuführen, die Förderprogramme zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze müssen verlängert, neue Betreuungsmodelle entwickelt und die laufende Finanzierung gesichert werden."

Maike Münster (parteilos)

"Dass nicht jedes Kind einen Kita-Platz bekommen hat, ist ein großes Thema. Man muss vorausschauend neue Kita bauen, die mit einem Puffer für mehr Kinder, als der jetzige Bedarfsstand, und für Zureisende, Neugeburten usw. großzügig Platz bieten. Auch sollte von vornherein eingeplant werden, dass man die jetzigen sowie insbesondere die neu gebauten Kita einfach und somit auch kostengünstig erweitern kann (zum Beispiel durch Aufstockung). Als zusätzlichen sehr wichtigen Punkt, der nicht aus den Augen verloren gehen darf, sehe ich die Einstellung von mehr Betreuern und Fachkräften sowie die Hinzuziehung von Auszubildenden. Die Öffnungszeiten der Kita sollten zusätzlich flexibler und kostengünstig für die Familien gestaltet werden."

Bernhard Janz (CDU)

"Für die adäquate Versorgung mit Kita- und Schulplätzen ist eine vorausschauende Planung auf Basis von Einwohnerstrukturdaten, demographischer und empirischer Entwicklung unter Anwendung statistischer Methoden notwendig. Die Betreuung muss flexibel den Anforderungen junger Familien gerecht werden, zum Beispiel bedarfsorientierte Öffnungszeiten in Kita und Schule. Im Idealfall kostenfrei wie in Hamburg. Mindestens aber den von der SPD abgeschafften Tornescher Kita-Taler zur Entlastung der Familien wieder einführen! Den Fachkräftemangel gemeinsam abbauen: das Praktikum in Tornescher Kitas finanziell unterstützen, die Einführung einer dualen Ausbildung unterstützen. Aber auch offen und mutig Ideen prüfen statt abzulehnen, zum Beispiel die Idee einer Tornescher Seniorin „Oma & Opa Patenschaften“ zur Entlastung."

 

Frage 4: Wie wollen Sie den Wünschen und Bedürfnissen der älteren Tornescher gerecht werden?

Sabine Kählert (parteilos)

"Schon heute  ist eine Infrastruktur zu schaffen, die den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird. Barrierefreie Fußwege, eine längere Fußgängerampelschaltung, stolperfreie Bordsteinabsenkungen und vieles mehr. Bezahlbare barrierefreie Wohnungen  und moderne Notrufsysteme sind erforderlich, damit lebenslanges Wohnen in den eigenen vier Wänden möglich wird. Der Leistungskatalog des Betreuten Wohnens ist den Bedarfen  anzupassen und neue Wege für die Finanzierung sind zu entwickeln.  Das Ärztezentrum wird benötigt. Der ÖPNV muss ausgebaut werden. Über eine Anrufbuslinie oder ein Anruftaxi für ältere Mitbürger, die außerhalb des Ortszentrums wohnen,  ist zu beraten.  Vereine und Verbände werden in die Planungen mit einbezogen und die ehrenamtlichen Angebote im Pomm 91 werden erweitert."

Maike Münster (parteilos)

"Die Altersgruppe über 65 ist sehr breit gefächert. Dieses bedeutet, dass ein nicht gerade geringer Teil der Bevölkerung noch voll im Berufsleben steht und der andere Teil sich als Rentner wiederfindet. Zu berücksichtigen sind hierfür die jeweilige Mobilität des Einzelnen sowie auch die nicht starken Renten. Dieses erfordert unter anderem eine rechtzeitige Planung und einen Aufbau für bezahlbare Mieten, kurze Wege für Alltagsbesorgungen, ein Ärztezentrum sowie Fachärzte, senioren- und behindertengerechte Straßen und Wege, Grünanlagen, Parkbänke, eine gesicherte Funktion des Fahrstuhls am Bahnhof, Gemeinschaftsangebote in einem Gemeinschaftshaus, besserer ÖPNV und auf den Bedarf des Einzelnen ausgerichtete Betreuungsmöglichkeiten."

Bernhard Janz (CDU)

"Förderung und Ausbau des Austausches mit unseren Seniorengruppen (SoVD, VHS Ü60 aktiv, Wohlfahrtsverbände), zusätzlich Wiederbelebung und Stärkung unseres Seniorenbeirates. Schon heute berichten viele Senioren, wo wir Verbesserungen realisieren können, zum Beispiel kurzfristig Barrierefreiheit auf allen Hauptfußwegen schaffen; mittelfristig auf allen Wegen. Dies hilft auch allen Familien mit Kinderwagen. Fußläufig grüne Inseln mit vielen Sitz- und Freizeitmöglichkeiten wie Boccia, Schach oder Dame in unseren Stadtkern integrieren. Sanitäre Anlagen sollten gut erreichbar sein. Mobilitätsangebote wie RuDi, der Rufbus Dithmarschen, oder Sammeltaxi/Mitfahrbank sind ebenso zu realisieren wie Radwege in Tornesch (kurzfristig) und in der Region (langfristig). Die sichere Nutzung von E-Bikes eingeschlossen."

 

Frage 5: Werden Sie sich für die Wiedereröffnung der Polizeistation in Tornesch einsetzen?

Sabine Kählert (parteilos)

"Nein,  ich setze mich dafür ein, dass die größte Polizeistation, die für die Sicherheit von 44000 Einwohner sorgt, personell verstärkt wird. Bei der Fusion waren es 41 Polizeibeamte. Heute sind in Uetersen noch 37 Beamte und zwei Leitungskräfte tätig. Der Revierleiter spricht von einer erfolgreichen Fusion.  Das bewährte Einsatzleitsystem sorgt für eine kurze Reaktionszeit bei Alarmierung. Die Polizei muss auf der Straße präsent sein. Die Schulpatenschaften müssen gepflegt werden.  Die Wache in Tornesch war im Vergleich zu heute am Wochenende nicht besetzt.  Alle Maßnahmen zum Erhalt der Wache waren erfolglos. Deshalb meine Unterstützung für mehr Personal und  Intensivierung der Gespräche zwischen Verwaltung, unserer Feuerwehr und Polizei, um für den Notfall gut aufgestellt zu sein."

Maike Münster (parteilos)

"Ich werde mich auf jeden Fall für eine Polizeistation in Tornesch einsetzen. Sicherheit und Ordnung sollten für jede Stadt groß geschrieben werden und vor Ort sein. Leider war die Schließung der Polizeistation eine politische Entscheidung, im Hinblick auf Sparmaßnahmen und wie so oft, wurde am falschen Ende und zum Nachteil der Einwohner Torneschs gespart. Die Sicherheit, kurze und schnelle Einsatzwege sowie der direkte Ansprechpartner muss vor Ort für Tornesch gegeben sein. Meine Ziele beinhalten aber eher eine Neueröffnung der Polizeistation. Eine Polizeistation zentral im Ortskern gelegen und für alle Einwohner direkt zu erreichen."

Bernhard Janz (CDU)

"Ja für eine Wiedereröffnung der Tornescher Polizeistation! Zusätzlich sollte es mindestens einen bürgernahen Beamten geben. Ich bin in Zeiten groß geworden, da hieß es: Die Polizei, dein Freund und Helfer. Es wäre schön, wenn wir dieses Vertrauen wieder erwecken könnten. Statistiken analysieren die Vergangenheit, sie verhindern keine Straftaten. Deren Auswirkungen finden wir dort nicht. So klagen zum Beispiel Einbruchsopfer oft jahrelang nach der Tat noch über Angstattacken. Das Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden ist ein hohes Gut, das wir schützen müssen. Das Gefühl von Sicherheit hat für eine Mehrheit von uns Torneschern eine sehr hohe Bedeutung. Unsere Wache lag präsent direkt an einer Haupteinfallstraße. Im Dunkeln strahlte ihr Blau gut sichtbar, zumindest eine kleine Abschreckung …?"

 

Der Text wird regelmäßig mit den neuen Fragen und Antworten aktualisiert.

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