Perspektive : Nach vielen Sackgassen nun auf dem Weg zum Ziel

In Deutschland ist die Durchlässigkeit inzwischen Standard geworden. Es gibt etliche Wege, die in den Beruf, in das selbstbestimmte Leben, führen. Einige hat Marco Rötter aus Tornesch bereits kennengelernt. Darunter waren auch Sackgassen.

shz.de von
21. November 2013, 17:31 Uhr

Lehren zum Gärtner und zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice wurden aus verschiedenen Gründen vorzeitig beendet, eine private Trennung des damals in Wedel Lebenden führte darüber hinaus ins Abseits, das sich plötzlich in einer Wohnungslosigkeit ausdrückte. Der junge Mann wurde dem Obdachlosenasyl in Wedel zugewiesen.

Lust zum Lernen war nach wie vor vorhanden, Lebenserfahrung ebenfalls. Das zuständige Jobcenter in Wedel präsentierte Marco Rötter passgenaue Angebote, unter anderem eine Lehre zum Dachdecker bei der Uetersener Firma Peter Wenowsky. Der Dachdeckermeister aus der Rosenstadt suchte einen Auszubildenden, Marco Rötter stellte sich vor, und die „Chemie“ stimmte.

Dass der junge Mann mit 26 Jahren zehn Jahre älter war als normal üblich, störte Wenowsky nicht. Ganz im Gegenteil: Was Marco Rötter mitgebracht hatte – augenscheinliches Interesse am Handwerk, die Lebenserfahrung und körperliche Reife – überzeugte den Fachmann. Er stellte ihn ein.

Familie Wenowsky half zudem bei der Beschaffung einer Wohnung in Tornesch, wurde dabei von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter unterstützt und kann jetzt, drei Monate nach Vertragsbeginn nur positiv zurückblicken. Der erste Eindruck habe sich bestätigt. Die schulischen Leistungen seien gut und die Motivation, was die Praxis anbelange, ebenfalls.

Das Dachdeckerhandwerk hat im Bereich des Nachwuchses zu kämpfen. Warum dann nicht einmal auch älteren eine Chance geben? Beim Jobcenter und bei der Agentur für Arbeit ist man überzeugt, dass der Fall Marco Rötter übertragbar ist. Dass gerade ältere Berufseinsteiger viele Vorteile mit sich bringen, die sich positiv für den Lehrbetrieb auswirken.

Sowohl die Agentur für Arbeit als auch die Jobcenter im Kreisgebiet helfen Ausbildungsbetrieben auch diesbezüglich gerne weiter.

Marco Rötter freut sich auf weitere spannende Lehrjahre in dem Uetersener Familienbetrieb.

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