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Entscheidung : Nach der Saison ist erstmal Schluss

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Mitglieder der Laienspielbühne Hetlingen haben am Wochenende angekündigt, den Spielbetrieb bis auf weiteres einzustellen. Die laufende Saison mit dem Stück „De 75. Geburtsdag“, das am Freitag Premiere feierte, wird das vorläufig letzte sein. Grund: Das Ensemble plagen akute Personalprobleme.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2015 | 19:04 Uhr

Der Nachwuchs ist schon lange ein Thema, immer mal wieder stand die Laienspielbühne in den vergangenen 20 Jahren vor dem Aus. Gerlinde Körner unternahm mit der Gründung und Betreuung einer Jugendgruppe den entscheidenden Schritt in Richtung Zukunftssicherung. „Darunter waren eine ganze Reihe von Talenten“, sagte Jens Körner. Als es schließlich gelang, die ersten Jugendlichen in das Stamm-Ensemble zu integrieren, schienen die drängendsten Probleme gelöst.

„Inzwischen ist die Situation eine ganz andere“, sagte Jens Körner. Bis auf zwei haben alle jungen Schauspieler das Hobby an den Nagel gehängt, weil es mit Ausbildung und erweitertem Stundenplan nicht mehr zu vereinbaren war. Hinzu kommt, dass einige der langjährigen Darsteller wie etwa Astrid Lutz aus persönlichen Gründen die Laienspielbühne verlassen haben oder – wie im Fall von Sabine Holm – noch verlassen werden. „Die Belastung für die verbliebenen Schauspieler (Anm. d. Red.: Es sind aktuell neun.) wäre schlicht zu groß“, so Jens Körner.

Außerdem sei es kaum noch möglich, bei derartig eingeschränkten Besetzungsmöglichkeiten ein neues Stück zu finden. Eine Vereinsauflösung sei das aber nicht, betonte Körner. Die Laienspielbühne wird weiter bestehen in der Hoffnung, dass der Spielbetrieb in näherer Zukunft doch noch mal aufgenommen werden kann.

So heißt es jetzt, die aktuelle Inszenierung zu genießen. Und das ist leicht bei den hervorragenden Schauspielern. Allen voran Gerlinde Körner als Oma Breemeier, die mit Opa Breemeier (Heiko Koopmann), ihrem Mann, kein Wort mehr redet, ihrer Schwiegertochter Luise (Sabine Holm) das Leben genüsslich schwer macht und nur mit ihrer Enkelin Birgit (Antonia Schrader) und dem Bürgermeister (Jasper Holm) gut kann, weil der immer herrlich dreckige Witze erzählt. Wenn sie verstockt und mit Schmollmund, die Augen genervt geschlossen und die Arme vor der Brust verschränkt, auf ihrem Stuhl sitzt, fließen im Publikum die Lachtränen. Wenn sie vergnügt ihrem Sohn Jochen (Jens Körner) zuschaut, der sturzbetrunken aus dem Keller an die Oberfläche klettert, ist der Zuschauer im Komödien-Himmel.

Sie machten ihre Sache hervorragend, auch Julius Körner als Pastor, Kerstin Strohsal als Luises Freundin Rosa und nicht zuletzt Maj-Amelie Holm in einer kleinen Gastrolle. Für Maj-Amelie ging ein Traum in Erfüllung. Die junge Hetlingerin, die mit einem Down-Syndrom geboren wurde, wollte so gerne auch einmal auf der Bühne stehen, neben ihrer Mutter Sabine und ihrem Vater Jasper. Wie passend, dass am Sonnabend Welt-Down-Syndrom-Tag war!

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