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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 15:22 Uhr

Kultur : Nach 35 Jahren ist es das Paradies

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Diese einzigartige Welt ist von außen nicht einzusehen, wird geschützt durch die soliden Backsteinmauern eines alten Bauernhauses, durch die Wände eines Carports und einen angeschütteten Wall. Dahinter beginnt es, das Kleinod, das Paradies, der Traumgarten von Karen und Gert Müller, in dem neben Sachverstand vor allem viel Liebe, Geld und unendlich Zeit und Geduld stecken.

Jetzt, nach 35 Jahren, ist er in etwa so, wie ihn sich das Ehepaar erträumte, als es 1979 mit seinen beiden Kindern nach Heist zog und gegenüber der Tennisanlage ein neues Zuhause fand. Ursprünglich gehörten 1400 Quadratmeter Garten zu dem gemütlichen Haus, heute sind es 2000 Quadratmeter mehr. Reichlich Fläche, um darauf eine Idylle zu entwickeln.

Sie zu schaffen, war ein jahrelanger Prozess mit gärtnerischen Testphasen und zahlreichen Versuchen, von denen einige scheiterten, andere im Ergebnis nicht gefielen, einige zum Ziel führten. „Wir haben zum Beispiel mal probiert, ein Moor zu schaffen, aber das hat nicht geklappt“, sagte Gert Müller, Chef des Vereins der Uetersener Rosenfreunde. Charakteristisch für den Garten in seiner heutigen Form sind die großen Areale. „Das bringt Ruhe und Ordnung“, sagte Karen Müller. Und doch sind ganz unterschiedliche Mini-Landschaften entstanden, die einzigartig werden durch die Kombination aus pflanzlichen und strukturellen Besonderheiten.

Es beginnt mit einem Steingarten in Hanglage, dominiert von tonnenschweren Findlingen, und geht über in einen deutlich tiefer liegenden schattigen Bereich mit Urwelt-Mammutbaum und Sumpfzypresse. Es folgen Wildblumengebiete, ein Heidebeet, ein Obstgarten und große Beete mit Insekten anziehenden Sommerblühern. Dazwischen: viel Kunst und Gartendeko, Holzstapel als Insektenwohnungen, Sitzecken, Bänke und in einer dunkleren Ecke eine kleine Zucht mit Shiitake-Pilzen.

Zugänglich werden alle Bereiche über schmale, verschlungene Wege, abgestreut mit Kies oder Holz, manchmal auch gepflastert, auf denen sich der Besucher treppauf, treppab den Garten erschließen kann. Dabei kommt er auch am Teich vorbei, von dessen Steintreppe aus man auf das Wasser und das kleine Ruderboot blicken kann, eine Spezialanfertigung, in dem einst die beiden Kinder von Karen und Gert Müller auf dem Klein-Gewässer unterwegs waren und sich dabei vielleicht wie die Freibeuter der Meere fühlten. Der Teich mündet in einen befestigten Entwässerungsgraben, der sich wie ein kleiner Flusslauf über das Grundstück zieht. Und schließlch der Hausberg! Vielleicht vier Meter ist er hoch, ebenfalls über eine Steintreppe zu erreichen und mit einer Sitzgruppe auf dem Gipfel! „Heute sind wir so weit, dass der Garten nicht mehr so viel Arbeit macht“, sagte Gert Müller. Schwer sei nur die Anlage gewesen, für die er und seine Frau sich allerdings Zeit ließen. „Entscheidend ist, dass man von vornherein nichts wachsen lässt, was man nicht haben will“, so Müller. Dafür gehen er und seine Frau fast täglich durch, sammeln ab, zupfen aus.

Und mit dem Urlaub ist das auch so eine Sache: Ab März sind sie wochenlang ununterbrochen in der Botanik zugange, und wenn dann endlich alles grünt und blüht, „mag man eigentlich gar nicht mehr wegfahren, weil alles so schön aussieht“, so Karen Müller.

Ab und zu dürfen andere Gartenfreunde einen Blick riskieren, etwa wenn die Müllers zur Besichtigung laden oder sich an der Aktion „Mein schöner Garten“ beteiligen. Und dann freut sich das Ehepaar über das Staunen ihrer Besucher.

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erstellt am 03.Aug.2014 | 21:24 Uhr

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