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Schleswig-Holstein Musikfestival : Musik voller Lebensfreude und Energie in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das war, als habe George Gershwin und Leonard Bernstein die „Rhapsody in Blue“ und die unterschiedlichen Themen aus der „West Side Story“ exakt für diese beiden Pianistinnen und die beiden Percussion-Künstler geschrieben. In der Alten Reithalle der ehemaligen Reit- und Fahrschule Elmshorn des Holsteiner-Verbandes lauschten fast 1000 Zuhörer begeistert den Geschwistern Katia und Marielle Labèque, die - im ersten Teil noch allein – ihre ganz Energie in dem Prelude und der berühmten „Rhapsody in Blue“ von Gershwin darlegten. Die „Rhapsody“ erklang bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles in einem Mega-Spektakel mit 84 Konzertflügeln, in Elmshorn während der Olympischen Spiele 2012 nur mit zwei dicht aneinander gestellten Flügeln – aber das tat der Freude der Zuhörer an dem druckvollen Spiel der Musikerinnen mit den dunkel gelockten Künstlermähnen keinen Abbruch, so authentisch gaben sie die Stimmen Amerikas mit all ihrem Vorwärtsdrang, der Freiheitsliebe und der Aufbruchstimmung wider.

Und wer befürchtet hatte, dass die opulente „West Side Story“ des so eng mit dem Schleswig-Holstein Musik Festival verbundenen Leonard Bernstein – er unterrichtete jahrelang in Salzau die Meisterschüler aus aller Welt und trat selbst beim Festival auf - in so kleiner Besetzung vor allen Dingen in den lateinamerikanischen Elementen zu kurz kommen könne, der irrte.

Die beiden Pianistinnen inszenierten zusammen mit dem Flamenco-Spezialisten, Musikproduzenten und Arrangeur Gonzalo Grau und dem Schlagzeuger Raphael Sèguinier so ein Feuerwerk der bekannten Themen wie „America“, „I Feel Pretty“, „Tonight“ oder „Maria“, dass das Ganze mit der Hilfe von Gonzalo Grau, seiner Cajon (bedeutet nichts anderes als Kiste als Schlaginstrument), einem Paar aneinander rasselnder Muscheln und den spielerischen Neckereien, die er den beiden Pianistinnen angedeihen ließ, zu einem furiosen Finale inklusive Augenschmaus wurde.

Das Publikum feierte die Künstler im nahezu völlig ausverkauftem Haus verdient. Beim anschließenden Signieren ihrer CD`s zeigten die Musiker, dass sie keine Berührungsängste mit dem ländlichen Ambiente hatten – im Gegenteil: Marielle und Katia verliebten sich sofort in die Pferde, die den Rummel des Schleswig-Holstein Musik Festivals bei jedem Event in Elmshorn als willkommene Abwechslung begrüßen und begeistert die samtweichen Nüstern aus den Boxen strecken.

Auch die After-Show-Party gelingt in Elmshorn von Jahr zu Jahr besser, immer mehr Menschen lassen den Abend gemütlich mit einem „Absacker“ und einem Klönschnack mit Künstlern und anderen Besuchern im Innenhof ausklingen, statt wie besessen sofort nach Hause zu rasen.

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erstellt am 05.Aug.2012 | 19:30 Uhr

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