bauvorhaben : Moscheeneubau in Uetersen?

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Dass sich hinter den Mauern des roten Backsteinbaus an der Katharinenstraße 22 eine Moschee befindet, kann der Interessierte lediglich an der Beschilderung „Yesil Camii“ (ausgesprochen Jeschil Dschaami) erkennen - Grüne Moschee. Eine Kuppel, die den Gebetsraum, von außen sichtbar, kennzeichnet, fehlt ebenso wie Minarette. Doch das kann sich schon bald ändern.

shz.de von
01. Februar 2013, 21:37 Uhr

Die türkische Gemeinde an der Katharinenstraße plant einen Neubau ihres Gotteshauses. Eine „richtige“ Moschee als „Ort der Niederwerfung“, mit Kuppel, zwei Gebetsräumen (für Männer und Frauen) und bis zu 16 Meter hohen Minarette. Diese sollen mit LED-Lichtern ausgerüstet werden, die zur Gebetszeit leuchten. Lautsprecher, mit denen der Muezzin die Gläubigen zum Gebet ruft, sind nicht geplant.

„Wir haben versucht, an einem anderen zentralen Ort in Uetersen einen Platz zu bekommen, doch es gab keinen. Daher planen wir den Neubau nun auf unserem Gelände“, sagt Ümit Dogan, Vorsitzender der türkischen Gemeinde in Uetersen und somit verantwortlicher Bauherr.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauwesen ist das Vorhaben am Donnerstagabend vor dem Hintergrund eines gemeindlichen Einvernehmens diskutiert worden. Dabei gab es keine Entscheidung.

Das Neubauvorhaben soll zunächst erst einmal weiter innerhalb der Fraktionen erörtert werden, aber dabei im Dialog mit Verantwortlichen der türkischen Gemeinde. Eine Entscheidung könnte es dann schon im nächsten Bauausschuss, im März, geben, so Dogan im UeNa-Gespräch.

So einfach zu schultern ist ein teurer Moscheebau allerdings auch für die Muslime in Uetersen nicht. Mehrere Millionen Euro, so Dogan, werde das Gotteshaus wohl kosten. Ausgerüstet mit einer großen Tiefgarage, vier Läden und geplant für rund 200 Gläubige handelt es sich um ein größeres Projekt. Doch, so Dogan, man werde es schultern können. Nicht innerhalb eines Jahres, aber mit Sicherheit mittelfristig. „Die Läden haben wir in unsere Pläne integriert, weil wir zusätzliche Einnahmequellen benötigen“, so Dogan.

Die türkische Gemeinde in der Rosen- und Hochzeitsstadt ist kräftig gewachsen. Noch vor wenigen Jahren gab es rund 130 Mitglieder.

Mithilfe einer intensiven Werbekampagne ist es gelungen, die Zahl derer, die sich jetzt im Verein engagieren, auf 190 anzuheben. 150 Kinder erhalten jetzt an der Katharinenstraße Islam-unterricht.

Während der jüngsten Fachausschusssitzung artikulierten die Fraktionen mehrere Anregungen. Auch diese, zum Beispiel die Höhe der Minarette, die nicht unbedingt 16 Meter hoch sein müssten, so Dogan, sollen nun während der Gespräche diskutiert werden. Der Vorstandsvorsitzende hat schon am Donnerstag grundsätzliches Wohlwollen der Politiker festgestellt. Dieses soll nun im Miteinander wachsen.

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