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Abschied : Morgen traut sie ihre letzten drei Paare

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach 1999 Trauungen wird sich die oberste Standes- beamtin der Hochzeitsstadt Uetersen morgen in den Ruhestand verabschieden. Inge Hübsch leitete das Team fast 14 Jahre lang. Heute wird sie noch eine Ehe schließen und morgen drei Paaren das Ja-Wort abnehmen. „Das ist mein letzter Tag, da darf ich noch“, sagte die 62-Jährige gestern und lächelte.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2012 | 21:21 Uhr

Bürgermeisterin Andrea Hansen hob die Verdienste der Neuendeicherin für die Stadt hervor. „Ihnen ist es maßgeblich zu verdanken, dass Uetersen als Hochzeitsstadt bekannt und beliebt ist“, sagte Hansen. Hübsch sorgte zusammen mit dem ehemaligen Bürgermeister Karl Gustav Tewes dafür dass das Standesamt seit Sommer 1999 Trauungen an 365 Tagen im Jahr anbietet. Dieser Service zieht immer mehr Paare an. 2011 erreichte das vierköpfige Team den Rekord von 423 Eheschließungen. Für 2012 haben bereits etwa 250 Paare Termine reserviert. „Die Saat geht jetzt richtig auf“, so Hübsch.

Dabei rutschte die Neuendeicherin eher zufällig auf den Posten. „Das hat sich einfach ergeben“, berichtete sie. Am 1. April 1964 trat sie bei der Stadt Uetersen eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten an, arbeitete ab 1965 im Sozialamt. 1982 übernahm sie die Leitung der Stadtkasse. Als Inge Hübsch ihre Arbeitszeit reduzierte, wurde ihr eine Teilzeitstelle angeboten. Seit Mai 1998 ist sie Standesbeamtin. Ein Volltreffer für die Stadt und für Inge Hübsch: „Da konnte ich mich verwirklichen, meine Ideen einbringen. Da brachte mir das richtig Spaß“, sagte sie. Inge Hübsch selbst war damals allerdings nicht verheiratet. 28 Jahre lang lebte sie mit ihrem Werner ohne Trauschein zusammen. Das führte zu manch einer kuriosen Situation. Ihre Traureden verleiteten Paare oft zu der Äußerung, dass Hübsch selbst bestimmt glücklich verheiratet sei. „Und da stand man dann“, sagte sie gestern und lachte. 2001 heiratete sie ihren Partner, allerdings nicht in Uetersen, sondern in Braunlage während eines Urlaubs mit der Familie.

Bei ihren 1995 Trauungen hat Inge Hübsch so manches erlebt. Einmal hatte sich ein Paar für eine Feier mit 200 Gästen auf der Hochzeitsinsel angemeldet. Doch dazu kam es nicht: „Sie hatte etwas über ihn in Erfahrung gebracht, und er musste ausziehen“, so Hübsch. Ein anderes Mal rief ein Bräutigam wenige Stunden vor der Trauung an. „Ich habe kalte Füße gekriegt“, sagte er. Der Termin wurde abgesagt. Die Braut war beleidigt. Immer wieder bewies Hübsch Flexibilität: Ein Paar hatte sich für einen Donnerstagabend zur Vorbesprechung angemeldet. Da fragte er: „Können wir nicht gleich heiraten?“ Hübsch schickte das Paar für eine halbe Stunde auf einen Spaziergang, erledigte die Formalitäten und vollzog die Trauung. „Ich liebe die Dinge, die mal anders sind“, sagte sie. Ab Sonntag ist bei Inge Hübsch vieles anders. Dann beginnt die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit. Ihr Mann ist bereits zu Hause, und sie freut sich schon. „Ich habe Familie, Kinder, Enkel, Haus und Garten. Langeweile werde ich nicht haben“, sagte Inge Hübsch.

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