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Gedenktafel für Seefahrerlegende : Moorreger Kapitän in Berga geehrt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kapitän Robert Clauß war ein Freigeist, ein Lebenskünstler, ein Original und ein besessener Seemann. Mit wagemutigen Segelmanövern erwarb er sich bereits zu Lebzeiten einen Ruf als Seefahrerlegende und den Spitznamen „Zweiter Düwel von Hamburg“. 33 Jahre lebte er mit seiner achtköpfigen Familie in Moorrege.

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erstellt am 06.Jan.2016 | 18:44 Uhr

Alle sechs Kinder wuchsen hier auf und gingen hier zur Schule – unter anderem mit Karl-Heinz Weinberg. Die Töchter Gerlinde Gröger und Engel Ute Clauß trafen sich mit dem Moorreger Bürgermeister, um ihrem ehemaligen Schulkameraden von der außergewöhnlichen Ehrung zu berichten, die ihrem 1974 verstorbenen Vaters jetzt zuteil wurde: In seinem Geburtsort Berga an der Elster wurde eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus angebracht. Denn Robert Clauß ist einer der berühmtesten Bürger der thüringischen Stadt. Mit der Gedenktafel würdigten die Mitglieder des Heimatvereins das Leben und Wirken des Kap Horniers und Weltrekordlers.

Die Ostthüringer Zeitung berichtete unter der Überschrift „Von Berga um das Kap der Stürme“ über die Feierstunde, in deren Rahmen die Enthüllung der Tafel stattfand. „Diese Gedenktafel soll an einen großen Sohn unserer Stadt erinnern, der von der Elster hinaus in die Welt gezogen ist und die Verbindung zwischen Berga und den Weltmeeren hergestellt hat“, zitiert die Heimatzeitung die Vorsitzende des Vereins, Sabine Richter.

Die Töchter Gerlinde, Engel Ute und Minne nahmen an der Feier teil und erzählten den interessierten Organisatoren zahlreiche Anekdoten aus dem Leben ihres Vater. Als Jugendlicher verbrachte der 1894 geborene Thüringer seine Ferien häufig bei Verwandten in der Wilstermarsch. „Hier am Elbdeich entwickelte er die Sehnsucht, zur See zu fahren“, ist sich Tochter Gerlinde Gröger, die in Uetersen lebt, sicher. 1940 heiratete Robert Clauß Emma Ewert. Als ein Jahr darauf Julia, das älteste der sechs Kindern geboren wurde, suchte das junge Paar ein Zuhause. Die beiden sahen sich verschiedene Häuser an. Als sie im Garten des Hauses in der Moorreger Kirchenstraße 54 ein Viererklee fanden, wussten sie, dass sie „ihr“ Haus gefunden hatten. Jedem seiner Kinder ermöglichte Robert Clauß, ihn auf eine längere Reise zu begleiten. „Für uns war er ein toller Vater“, sagte Gerlinde Gröger.

Clauß umsegelte das Kap Horn insgesamt 35 Mal, davon 15 Mal als Kapitän. Ab 1929 war er Kapitän bei der Reederei F. Laeisz und führte als einer der letzten Kapitäne von Großseglern deren „Flying P-Liner“: die „Pamir“, die „Padua“ und die „Priwall“. Wegen einer Schiffsreise von Hamburg nach Australien, die er in der Rekordzeit von 62 Tagen zurücklegte, galt er unter Seeleuten als Legende.

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