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Uetersener Nachrichten

11. Dezember 2017 | 06:45 Uhr

Chronik : Moorrege ist etwas ganz Besonderes

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was ist besonders an dem Ort, etwa im Vergleich zu den Nachbarn Heist („ein Armeleute-Kätnerdorf“) oder Haselau mit seinem ehemaligen Gut? Eine ganze Menge, so Michael Plata bei der offiziellen Vorstellung der „Ortsgeschichte Moorrege“ im Restaurant An’n Himmelsbarg. Unterstützer und Helfer des Projekts waren zu der Präsentation eingeladen worden.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 21:53 Uhr

Moorrege gehört zu den wenigen Dörfern, die sowohl auf Geest- als auch auf Marschgebiet liegen, erklärte Plata. An der Grenze bildete sich durch die Hochwasser ein Moorstreifen. Auf der Geest und damit sicher vor den Fluten siedelten sich vermutlich im 18. Jahrhundert „schlaue Bauern“ an, so der Chronist, die diese Moorreihe – daher der Name des Dorfes – nutzten.

Die schiffbare Pinnau nutzten die Moorreger nicht nur für den internationalen Warenhandel über die Elbe, anfangs mit hölzernen Ewern, später mit eisernen Schuten. Es gab auch Werften. „Merkwürdigerweise“, so Plata, nutzten die Uetersener die Möglichkeit des Schiffbaus an der Pinnau nicht.

Zu etwas Besonderem wurde die Gemeinde auch durch die Zementfabrik, die es von 1850 bis 1930 gab. Ton ist vor Ort abgebaut worden, aber Kreide musste von weit her per Schiff angeliefert werden. Um 1900 war das Werk mit seinen 600 Arbeiter das größte im ganzen Kreis Pinneberg.

Kein Buch für Historiker, sondern eines für historisch interessierte Bürger ist die Chronik. Plata hat das Werk durch zahlreiche Fotos, Darstellungen und Reproduktionen aufgelockert. Und Zitate belegen, dass es früher manchmal recht deftig zugegangen sein muss. So trug er den Bericht einer Moorregerin über einen Pächter von Schloss Düneck vor. Der hatte aus der Villa ein Sanatorium für höhere Damen mit Alkoholproblemen gemacht. Von dem Mann berichtet die historische Zeugin, dass er gerne seine Flatulenz abgefackelt hat.

Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg sieht die Dorfchronik als „Besinnung auf die Vergangenheit“. Er würdigte das Mittun von Bürgern und Vereinen an dem Werk. Zu ihnen gehören die 13 Moorreger, die sich im Arbeitskreis-Chronik engagierten. Einer von ihnen ist Kurt-Uwe Heidecke, ehemaliger Leitender Verwaltungsbeamter und noch heute Archivar des Amtes Moorrege. Das Buch könne nur „jedem Moorreger zum Erwerb empfohlen werden“, sagte er.

Der Vorverkauf hat gestern begonnen. In den Uetersener Buchhandlungen Lavorenz und Schröder sowie in Moorrege in der Theaterkasse und der Amtsverwaltung ist der 534-Seiten-Wälzer für 25 Euro erhältlich.

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