Bogensport : Moerler mit hohen Zielen

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Der Kleinste ist in der Bogensport-Abteilung der Uetersener SG der Größte: Paul Moerler sammelte zuletzt zahlreiche Medaillen – dabei feierte er am 5. September gerade erst seinen neunten Geburtstag. Zum Bogensport kam Moerler eher zufällig: Ein älterer Freund hatte Probleme mit seinem Arm und dessen Arzt schlug Bogenschießen als Therapie vor. Moerler ging mit – und wäre von Thomas Pingel beinahe gleich wieder weggeschickt worden. „Damals war Paul erst sieben Jahre alt und eigentlich ist Bogenschießen als Sportart erst für Zehnjährige geeignet“, so der USG-Bogensport-Trainer, der sich aber erinnerte: „Die Traurigkeit in Pauls Gesicht war so groß, dass wir ihm doch einen Bogen gegeben haben ...“ Paul Moerler hörte sich die Ratschläge des Trainers aufmerksam an, zielte – und schoss die ersten fünf Pfeile allesamt ins Ziel. „Da haben wir schnell sein Talent erkannt“, so Pingel.

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12. Oktober 2012, 22:58 Uhr

„Paul hat sich immer schon für Pfeil und Bogen interessiert“, berichtete Pauls Mutter Kerstin Moerler. Aktuell ist Paul Moerler in seiner Altersklasse nicht nur doppelter USG-Vereinsmeister (mit 650 von 720 Ringen, Freiluft und Halle) sowie doppelter Kreismeister (Freiluft und Halle), sondern auch Freiluft-Landesmeister. „Die Hallen-Landesmeisterschaft ist nun das nächste Ziel“, sagte Jan-Luca Dreyer, der bei der USG zu Moerlers Betreuern gehört und selbst ein erfolgreicher Schütze ist. Am Wochenende 26./27. Januar findet die Hallenlandesmeisterschaft in der KGST-Halle in Tornesch statt – und ist somit ein Heimspiel für die USG-Schützen. An der Deutschen Meisterschaft darf Moerler altersbedingt erst im Jahr 2014 teilnehmen. Moerler: „Darauf freue ich mich schon – und ich träume auch von den Olympischen Spielen ...“

„Wenn Paul kommt, haben wir sowieso keine Chance“ – dies sagten zuletzt zwei Bogensportler vom TSV Holm, die Moerler von Duellen im Kreis Pinneberg kannten, bei einem Wettkampf in Tespe. „Wir fahren bewusst auch zu Turnieren nach Niedersachsen, um Paul die Möglichkeit zu geben, sich auch einmal mit anderen Gegnern zu messen“, so Pingel. Im letzten Winter belegte Moerler bei Hallen-Veranstaltungen in Bad Segeberg und Fockbek jeweils den zweiten Rang; in der Sommersaison sprang in Holm, Mildstedt und bei einem Schüler-Jugendturnier in Ratzeburg jeweils der erste Platz heraus.

„Man braucht Talent, eine hohe Konzentrationsfähigkeit und Trainingsfleiß“, nennt Pingel drei Bedingungen, um ein erfolgreicher Bogensportler zu werden. Alles trifft auf den in Appen lebenden Paul Moerler zu: „Ich trainiere zwei- bis dreimal pro Woche“, so Moerler, der zwar mit dem Fußballspielen aufhören musste, aber mit Badminton ein zweites Hobby neben Bogensport gefunden hat. Und so gilt für den Drittklässler, der mit olympischem Bogen und 80ziger-Auflage schießt, das USG-Motto: „Alle ins Gold!“

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