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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 21:05 Uhr

Schenkung : Möller-Nachlass: Neue Funde

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Rudolf de Wall hat ein Ziel: „Ich möchte die Geschichte der Firma Möller lückenlos dokumentieren“, sagte der ehemalige Physiker. Einen großen Teil seiner Zeit als Pensionär investiert er zusammen mit einer Handvoll Gleichgesinnter in den Aufbau, die Entwicklung und Pflege des Möller-Technicons. Mit dieser Techniksammlung des Stadtmuseums wird die Industriegeschichte Wedels aufgearbeitet.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 21:49 Uhr

Dafür recherchiert de Wall unermüdlich, nimmt Kontakt zu ehemaligen Mitarbeitern des 150 Jahre alten Unternehmens auf, durchforstet immer wieder das firmeneigene Archiv und sucht auch da, wo sonst wohl niemand hinschaut: in den Bergen ausrangierter Unterlagen. Jetzt wurde er fündig, bekam neben Grundrissen des Möller’schen Familiensitzes im Rosengarten einen alten Vertrag, einen Lehrbrief und persönliche Unterlagen in die Hand. Am Donnerstag übergab er seinen Fund im Beisein von Wedels Bürgermeister Niels Schmidt offiziell an die Leiterin des Stadtmuseums, Anke Ranegger.

Das Möller-Technicon dürfte in seiner Art einzigartig sein. Mit historischen Bildern, Geräten und Dokumenten wird die Geschichte des bedeutenden Industriestandortes aufgebarbeitet und vor allem erlebbar gemacht. Die Sammlung wurde auf dem Gelände der Firma Möller untergebracht, ohne dass dadurch Kosten für die Stadt entstehen. Sogar die Unterhaltung der Ausstellungsräume trägt das Unternehmen.

Mit Rudolf de Wall und Dr. Gerhard Kuper nahmen zwei führende Mitglieder der Arbeitsgruppe Industriegeschichte an der Übergabe teil. Der größte Schatz ist für sie ein Kooperationsvertrag von 1872 des Möller-Gründers Johann Diedrich ((1844-1907) mit dem damals größten norddeutschen Optiker Dr. Hugo Schröder. „Dieser Vertrag ist als Grundlage der Selbstständigkeit von Möller zu sehen“, sagte de Wall.

Firmengründer Johann Diedrich Möller, der bei der Firma Laeisz gelernt hat, richtete 1864 in Wedel eine kleine optische Werkstatt ein. Sein Sohn Hugo baute den guten laufenden Betrieb später zu einem der weltweit führenden Unternehmen für Präzisionsoptik aus. Seit 1990 ist das Unternehmen, inzwischen ein Global Player, nicht mehr im Besitz der Familie Möller.

Bürgermeister Niels Schmidt würdigte die Dokumente als eine Bereicherung für das Archiv. „Die Firma J.D. Möller hat die Stadt wesentlich geprägt. Ich freue mich über das Engagement der Mitglieder des Möller-Technicons. Sie tragen dazu bei, dass diese Geschichte auch 150 Jahre nach Firmengründung für die Öffentlichkeit lebendig gehalten wird“, sagte er.

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