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Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 11:30 Uhr

Mobilheime für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit September hat in Heidgraben in einer gemeindlichen Wohnung am Eichenweg eine Flüchtlingsfamilie mit vier Kindern ein Zuhause gefunden. Die Kinder besuchen DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) in Uetersen, die Eltern Deutschkurse an der Volkshochschule und werden über Sprachpaten wie das Ehepaar Rosemarie und Dirk Weber bei der Integration unterstützt. Nun hat die Gemeinde ebenfalls am Eichenweg dem Amt Moorrege eine gemeindliche Fläche für die Aufstellung von drei mobilen Wohnhäusern mit einer Fläche von jeweils 40 Quadratmetern für weitere Flüchtlinge zur Verfügung gestellt.

In mehreren öffentlichen Ausschuss-Sitzungen hatten die beiden stellvertretenden Bürgermeister Egbert Hagen (CDU) und Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD) mitgeteilt, dass die Gemeinde vom Amt Moorrege aufgefordert wurde, Flächen zu benennen, die sich für die Aufstellung von Containern oder mobilen Ferienhäusern eignen, da es in der Gemeinde derzeit keine Möglichkeit für Wohnraum-anmietung gibt. Im Bauausschuss war am 6. Oktober beschlossen worden, die gemeindliche Fläche am Eichenweg/Sperberweg dafür zur Verfügung zu stellen. Anlieger hatten dem Ersten Stellvertretenden Bürgermeister Egbert Hagen nun vorgeworfen, dass sie vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind und kritisierten die Informationspolitik der Gemeinde. Ein Bürger hat Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Egbert Hagen eingereicht.

Mehrere Schreiben von Bürgern aus dem Gemeindegebiet sind bei ihm eingegangen, in denen Vorbehalte gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in den geplanten drei mobilen Ferienhäusern am Eichenweg geäußert wurden.

„Ich schließe aus den Schreiben: Flüchtlinge ja, aber nicht vor meiner  Haustür“, fasste Egbert Hagen, der in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Sozialwesen und Kindergarten einige Vorbehalte wie „Kinder nicht ohne Sorge vor die Tür lassen“, „Lärmbelästigung“, „Wertverlust der Immobilie“ zitierte, zusammen. Egbert Hagen betonte, dass die Gemeinde ihrer Informationspflicht zur Flüchtlingsunterbringung nachgekommen und bestrebt sei, die Unterbringung innerorts in kleinen Einheiten zu gewährleisten.

In der Bürgerfragestunde gab es keine Meinungsäußerungen zum Thema Flüchtlingsunterbringung in der Gemeinde. Ein Anlieger des Eichenweges merkte jedoch an, dass es sich bei den Kritikern um Einzelmeinungen handle. Von ihnen nahm niemand an der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses teil.

Drei Flüchtlings-Familien oder maximal zwölf Einzelpersonen werden in den drei Mobilheimen, die vom Amt Moorrege aufgestellt und ausgestattet werden, auf der Grünfläche am Eichenweg ein Zuhause erhalten. Mit den vorbereitenden Arbeiten – Roden von Büschen, Erstellung der Fundamente und Legung von Ver- und Entsorgungsleitungen – wurde begonnen. Ende November / Anfang Dezember werden Flüchtlinge dort einziehen können.

Im Amtsbereich Moorrege sind derzeit 260 Flüchtlinge untergebracht. Da kein Wohnraum auf dem Privatmarkt mehr zur Verfügung steht, wurden die Amtsgemeinden aufgefordert, Flächen zur Aufstellung von Mobilheimen für die Unterbringung weiterer Flüchtlinge zu benennen.

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erstellt am 05.Nov.2015 | 18:50 Uhr

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