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Museum für Kunst und Gewerbe : MKG: Als Kitsch noch Kunst war

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das „Museum für Kunst und Gewerbe“ am Steintorplatz eröffnete die sehenswerte Ausstellung: „Als Kitsch noch Kunst war. Farbendruck im 19. Jahrhundert“ mit 200 Farbendrucke aus der Zeit des Jugendstils. Der Titel darf wörtlich genommen werden, denn heute gelten die oft „süßlichen Chromolithografien des 19. Jahrhunderts als Kitsch. Früher sahen die meisten Zeitgenossen in dieser Kunst eine Möglichkeit, das Heim zu verschönern. Der Farbendruck gehörte im 19. Jahrhundert zu den großen innovativen Techniken. Die Entwicklung im Druckerei- und Verlagswesen fand zwischen 1840 und 1890 statt und ist durchaus mit der digitalen Revolution von heute vergleichbar. Als Patent hatte Godefroy Engelmann (Mulhouse) 1837 die „Chromolithografie“ bei der Académie francaise angemeldet.

Die Verbreitung der farbig illustrierten Zeitschriften erreichte etwa um 1870 größere Bevölkerungsschichten. Auch Kinderbücher erhielten früh farbige Illustrationen. Um 1880 gab es in wachsender Zahl die sogenannten Sammelbilder. Es waren kleine Bildchen in Farbe im Spielkartenformat, die den Verpackungen oder Lebensmitteln beilagen. Eine interessante Bildform im Farbendruck war der sogenannte „Wandbilddruck“, der Vorläufer des heutigen „Posters“ oder Schmuckplakates.

Zu sehen ist eine anschauliche Erfolgsgeschichte mit Drucken, die damals in großen Auflagen erschienen und heute äußerst selten sind.

Das Museum ist stolz, eine interessante und unterhaltende Ausstellung bis zum 17. März zeigen zu können, die einen bedeutenden Teil der Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts repräsentiert.

Zu der Neueinrichtung der Dauerausstellung „Design“ blickt das MKG auf die Hintergründe und die Folgen der Design- und Produktionsgesellschaft, auf die negativen Seiten des Massenkonsums und eröffnete im Dezember die Schau „Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt“.

Im Zentrum steht ein Symbol für die ökologische Katastrophe, eine Installation von Plastikschwemmgut aus verschiedenen Weltmeeren. Der Hauptanteil dieses Mülls stammt von einer Strandsäuberung der unbewohnten Insel „Kahoólawe (Hawaii), der Ostsee Fehmarn und vom Nordseestrand der Insel Sylt.

Mit Filmen, Fotografien, Zeichnungen, Objekten, Installationen, Car -toons und Konsumartikeln wird Einblick in das Problem gewährt. Nach dem 31. März „tourt“ die Ausstellung durch Europa und wird in den skandinavieschen Staaten, den Niederlanden u.a.,gezeigt. Geöffnet: Di.-So. 10-18 Uhr, Do. 10-21 Uhr. Eintritt: 10, erm. 7 Euro. Do. ab 17 Uhr 7 Euro, bis 17 Jahre frei.

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erstellt am 17.Jan.2013 | 19:16 Uhr

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