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Museum für Kunst & Gewerbe : MKG: Aktuelle Kunst im Museum

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im „Museum für Kunst und Gewerbe“ (MKG), Steintorplatz, sind verschiedene, hochinteressante Ausstellungen zu sehen, von denen drei hier vorgestellt werden. Brandaktuell ist die Schau von zwei bedeutenden Grafikdesignern und Plastikkünstlern unserer Zeit. Unter dem Titel „Die schönsten Nashörner kommen aus Tokio. Tierplakate aus Japan und der Schweiz“ stellen der Japaner Kazumasa Nagai (*1929) und der Schweizer Claude Kuhn (*1948) rund 80 Tierplakate aus.

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erstellt am 06.Nov.2014 | 19:13 Uhr

Nagai begann 1987 ohne Auftrag kleine Serien mit Tierbildern zu veröffentlichen, deren Texte auf die Bedrohung der Tierwelt hinwies. Seine Arbeiten haben das japanische Plakatformat von 106 x 73 cm und wurden in begrenzter Auflage im Siebdruckverfahren gedruckt. Nie war es seine Absicht, die Kunstwerke zu plakatieren, sie waren zum Sammeln und Ausstellen vorgesehen.

Ebenfalls in Siebdruck, aber mit anderem Hintergrund, fertigte Claude Kuhn seine sorgfältig gearbeiteten Plakate, die zum plakatieren vorgesehen waren. Als langjähriger Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums in Bern zeichnete er Ausstellungsplakate und warb damit für Zooveranstaltungen. Seine unkonventionellen Motive überraschen und sind voller Humor. (Bis 18. Januar 2015).

Das „Museum für Kunst und Gewerbe“ zeigt in der Ausstellung „Raubkunst? Provenienzforschung zu den Sammlungen des MKG“.

Nur eine „goldene Uhr, Trauringe oder zwei Bestecke pro Person und wenige Schmuckstücke durften die Menschen jüdischer Herkunft behalten. Für eine geringe Vergütung mußten sie als „Metallspende an das Reich“ andere Stücke aus Edelmetall abgeben. Tonnenweise wurden die beschlagnamten Stücke eingeschmolzen, vorher von Museumsmitarbeitern begutachtet, um erhaltenswerte Objekte für Museen dem „Deutschen Reich“ abzukaufen. Wenn möglich, wurden später einige Stücke den Besitzern zurückgegeben.

Das Museum für angewandte Kunst geht als erstes seiner Art systematisch der Herkunftsgeschichte der eigenen Bestände nach. Ab 2010 wurde mit finanzieller Förderung Provenienzforschung betrieben. Inzwischen kümmert sich eine spezialisierte Kunsthistorikerin im MKG um die schwierige Aufgabe, die Herkunft nachzuverfolgen. Die Ausstellung gibt Einblicke in ihre Arbeit. Geöffnet: Di. - So. 10-18 Uhr Do. bis 21 Uhr. (Bis 1. 11.2015).

Mit der Ausstellung „Fette Beute, Reichtum zeigen“ widmet sich das MKG dem Reichtum in der Gesellschaft und der Darstellung der Superreichen. „Fette Beute“ zeigt über 20 internationale Positionen, darunter zeitgenössische Fotografien, Videokunst, Reportagefotografien u. a.

Reichtum wurde in der sozialdokumentarischen Fotografie längst nicht so häufig dargestellt wie die Armut. Die privilegierten Schichten wussten sich zu entziehen, bis die Fotografin Dorothea Lange 1964 sich so äußerte: „Wir wissen, wie man Armut fotografiert, ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir versuchen, den Reichtum abzulichten.“ In einer umfassenden Ausstellung wurde dieses Thema bisher noch nicht behandelt. Zu besichtigen bis zum 11. Januar 2015. Geöffnet ist das MKG: Di.-So. 10-18 Uhr Do. 10-21 Uhr.

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