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Sozialarbeit : Mitternachtssport: Nach wie vor gefragt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit nun schon sechs Jahren gibt es das in Teilen der Politik umstrittende Projekt des „Mitternachtssports“. Freitags und sonnabends treffen sich, wechselseitig in einer der drei Turnhallen am Schulzentrum Parkstraße, etwa 25 bis 30 Jugendliche. Insbesondere türkischstämmige. Aber auch deutsche und Russen sind dabei. In der Zeit von 23 bis 1 Uhr wird vorwiegend Fußball gespielt. Und dabei geht es zur Sache.

Geleitet wird der Mitternachtssport, der aus städtischen Mitteln gespeist wird, von Sicherheitsmann Stefan Blümke.

Der Zwei-Meter-Hüne wird respektiert. Blümke ist der „große Bruder“, von dem man sich etwas sagen lässt.

Zur Vorgeschichte: 2007/2008 wurden im Rosarium und in den angrenzenden Bereichen immer wieder Straftaten festgestellt, meist kostspielige Sachbeschädigungen. Der Uetersener Sicherheitsdienst Blümke wurde beauftragt, nachts Streife zu laufen, um mögliche Täter in der City zu verscheuchen. Tatsächlich stieß Blümke auf herumlungernde Jugendliche. Nach und nach kam er mit diesen ins Gespräch, gewann deren Vertrauen. In Uetersen sei nichts los, so ihr Klageruf. Das kann zwar jederzeit widerlegt werden, aber es war nun einmal der Eindruck der Jugendlichen, die „Action“ vermissten.

So entstand die Idee des Mitternachtssports. Die überschüssigen Kräfte sollten kanalisiert werden, um volkswirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Die jungen Männer wurden von Blümke eingeladen, in der Turnhalle vorbeizuschauen und dort unter Aufsicht nach Lust und Laune aktiv zu werden. Das Pilotprojekt wurde von der Stadt bezahlt. Zwischenzeitlich gab es einen Kooperationsversuch mit dem TSV, der aber scheiterte. Nun führt nachts wieder Blümke Regie, der eher als Streetworker denn als Sicherheitsmann auftritt. Stress gebe es selten, so Blümke am Freitag, als er wieder einmal ein Fußballturnier leitete, und wenn dann gehe er eben schlichtend dazwischen.

Nach zweistündiger purer Power ist Schluss. Dann geht es nach Hause. Die Polizei stellt noch immer fest: nachts ist es ruhiger geworden auf den Straßen der Rosenstadt.

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erstellt am 19.Okt.2014 | 17:53 Uhr

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