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Partizipation : Mitbestimmung ist ein Kinderrecht

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mitbestimmung ist ein Menschenrecht, kein ausschließliches Bürgerrecht. Und so fängt die Partizipation bereits im Kindergarten an. Die Umsetzung der entsprechenden UN-Konvention „Über die Rechte des Kindes“ und das auf dieser fußende KiTa-Gesetz für Schleswig-Holstein werden in der KiTa „Hus Sünnschien“ derzeit vollzogen. Ziel dabei sei es, eine Verfassung zu schreiben. An deren Inhalt seien alle gebunden, die in der KiTa aus- und eingehen, sagt Leiterin Kerstin Wismann. Der Prozess endet mit der entsprechenden Zertifizierung.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2013 | 18:24 Uhr

Wenn Kinder bereits im Krippenalter mitentscheiden, wird es für die Erzieher zwar einerseits komplizierter, jedoch erfahren sie im Idealfall Entlastung über die verbindliche Struktur, die mit Recht auf Mitbestimmung geschaffen wird. Schon jetzt gibt es Absprachen, an denen sich die Kleinen beteiligt haben.

Da ist zum Beispiel das tägliche Frühstück. Welche Wurst- und Käsesorten sollen dafür eingekauft werden?

Die Kinder dürfen auswählen, finden dann aber auch lediglich besagte Lebensmittel auf dem Tisch vor. Dann soll ein Gemüsegarten angebaut werden. Die Kinder entscheiden mit, was angebaut wird. Der Lerneffekt: Entscheidungen haben Konsequenzen.

Dass ich selbst mitwirken kann, ist jedoch zugleich Ausdruck einer gelebten Demokratie. Die UN-Konvention bezeichnet Kinder als kompetente Lerner, die das Recht haben, ihre Meinung zu äußern und selbst Entscheidungen zu treffen. Eines der vorrangigen Ziele frühkindlicher Bildung und Betreuung ist nach Auffassung der Vereinten Nationen, Kindern zu ihrem Recht zu verhelfen indem man sie teilhaben lässt.

Voraussetzung dafür sind natürlich Partnerschaft und Dialog zwischen Kindern und Erwachsenen. So wird es für die Erzieher der KiTa „Hus Sünnschien“ Fortbildungsveranstaltungen geben, weitere Informationsabende gibt es im weiteren Verlauf des Prozesses zudem für die Eltern der Kleinen.

Partizipation im Kindergarten verfolgt das Ziel, jedem Kind – als „Experten in eigener Sache“ – zu ermöglichen, eigene Aktivitäten zu gestalten und ihm sogar zu gestatten, Einfluss auf die Inhalte und Abläufe der Betreuung zu nehmen. Wenn Kinder und Erwachsene Bildungsprozesse gemeinsam und partnerschaftlich gestalten, könne der Lerngewinn für die Kinder auf beeindruckende Weise steigen, heißt es. Denn Kinder brächten viele Ideen und vielfältige Sichtweisen ein, wenn sie in Planungen und Entscheidungen mit einbezogen und dabei unterstützt würden. Kinder seien ernsthafter bei der Sache, als manch’ Erwachsener dies glauben möchte.

Eine weitere Schlüsselrolle spiele Kinderbeteiligung auch bei der Erweiterung der Sprachkompetenz. Denn eine Kultur des Miteinandersprechens biete Kindern viel Gelegenheit, sich mit anderen zu unterhalten und auszutauschen.

In der KiTa „Hus Sünnschien steht man noch am Anfang. Doch die entscheidenden Schritte sind bereits vollzogen worden.

Kerstin Wismann freut sich auf einen mit Sicherheit spannenden Prozessverlauf.

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