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Diskussionsabend : Mit Vollgas in Richtung Energiewende

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im vergangenen Jahr war – vor dem Hintergrund der Havarie in Fukushima – das Thema Energiewende in aller Munde. Jetzt heißt der die internationale Bühne beherrschende Themenkomplex Staatsverschuldung, Schuldenbremse und Rettungsschirm – alles angesichts der Griechenland-Misere.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2012 | 21:18 Uhr

Thomas Hölck, SPD-Landtagskandidat für den Wahlkreis 24, weiß, dass das Thema Energiewende in den Köpfen der Menschen dennoch präsent bleiben muss. Der Sozialdemokrat hatte in das „Taps“ eingeladen, um zu informieren und natürlich auch Wahlkampf zu machen. Motto: Die Sozialdemokraten sind der richtige Partner, wenn es um das Thema Energiewende geht, denn die SPD will nicht nur die Energieversorgung auf neue Füße stellen, sondern sie auch sozialverträglich ausgestalten. Schließlich müsse, so Hölck, Strom und Wärme auch in Zukunft bezahlbar sein. Bürger und die Wirtschaft müssten sich Strom und Wärme weiterhin leisten können.

Als Diskutanten hatte sich Thomas Hölck den energiepolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, Olaf Schulze, und den Uetersener Stadtwerke-Chef, Manfred Tietje, eingeladen. Leider blieben die Genossen – etwa 20 Gäste kamen an die Pinnauallee – weitestgehend unter sich.Hölck holte zunächst weit aus: Die Energiewende der rot-grünen Koalition 2002 in Berlin sei wirtschaftlich, ethisch und auch sozial richtig gewesen. Immerhin seien jetzt alle Parteien dafür, auch die FDP, die aber als Randgruppe nicht mehr von Bedeutung sei. Ein bisschen Wahlkampf war also dabei. Die Energiewende werde der größte Motor auf dem Arbeitsplatzsektor sein, prognostizierte der Sozialdemokrat. Die Stadtwerke Uetersen und den quasi vor der Haustür liegenden Windpark bezeichnete Hölck als Juwele für die Stadt.

In Schleswig-Holstein sei man auf dem Weg zur Energiewende bereits sehr weit gekommen, informierte Olaf Schulze. Im Land zwischen den Meeren werde die Stromgewinnung schon 2017/18 ausschließlich aus regenerativen Quellen stammen. Der Kieler Politiker sagte, dass der prognostizierten Erderwärmung um bis zu vier Grad Celsius, hervorgerufen durch fossile Energieträger, entgegengesteuert werden müsse. Kohle sei daher auch keine Alternative zur Kernkraft. Höchstens kleine Gaskraftwerke als Puffer für die Schwankungen bei regenerativer Energiegewinnung könnten sich die Sozialdemokraten vorstellen. Erneuerbare Energien, Effizienz und Einsparung würden sich einander bedingen. In Schleswig-Holstein müsse es gelingen, wieder das Energieerzeugungsland Nummer eins zu werden. Schulze sprach sich in diesem Zusammenhang für ein konsequentes Repowering bei Windenergieanlagen aus.

Manfred Tietje erinnerte daran, dass auf dem Energiesektor jetzt die Weichen gestellt würden. Stadtwerke seien Teil des Marktes. Schnelle Entscheidungen, auch hinsichtlich einer eventuellen Beteiligung an Windparks, seien gefragt. Lange Entscheidungsprozesse führten nur dazu, dass andere schon da seien, während man bei den Stadtwerken noch diskutiere. Tietje warb dafür, sich auf die Windenergie zu konzentrieren. „Dann meistern wir die Energiewende.“Zum Thema Repowering und diesbezüglich zu hörenden Ängste aus der Nachbarschaft sagte der Stadtwerke-chef, dass Repowering nicht bedeute, dass mehr Anlagen gebaut, sondern dass die bestehenden Anlagen ausgebaut würden. Es würden höhere Anlagen entstehen. Nach dem Repowering könnten alle Haushalte Uetersens und alle angrenzenden Gemeinden versorgt werden.

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