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100. Geburtstag : Mit viel Kraft und Herzenswärme

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Lobhudeleien mag Wilhelmine Lang gar nicht. Doch die vielen Glückwünsche, die die Neuendeicherin zu ihrem 100. Geburtstag erreichten, freuten sie doch. Ihr Sohn Bernd, Verwandte, Nachbarn, Freunde und Bekannte ließen es sich nicht nehmen, der Seniorin zu ihrem Ehrentag zu gratulieren. Höhepunkt des ereignisreichen Tages war ein Überraschungsständchen des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Seestermühe unter Leitung von Thorsten Rockel.

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erstellt am 27.Nov.2015 | 18:06 Uhr

„Du warst schon immer etwas Besonderes“, sagte Bürgermeister Reinhard Pliquet. Er überbrachte Mine, wie die Jubilarin von allen liebevoll genannt wird, neben Grüßen der Gemeinde auch Glückwünsche von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann und Ministerpräsident Torsten Albig. Die Gratulation von Bundespräsident Joachim Gauck kam per Post. Pastorin Kirsten Ruwoldt, die die Jubilarin gut kennt, sagte: „Sie sind für uns alle ein Vorbild und machen uns lebensmutig mit Ihrer Herzenswärme, Ihrer großen Kraft und Ihrem aufgeschlossenen Wesen.“ Sie las ferner die Glückwünsche von Bischöfin Kirsten Fehrs vor. „Meine Mutter ist immer eine vielseitig interessierte Frau gewesen“, sagte Sohn Bernd Lang.

Handarbeiten, Lesen und Reisen gehörten zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Noch heute lebt Wilhelmine Lang in ihrem weißen Haus am Binnendiek, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Alfred nach dessen Pensionierung ausbaute und bezog, und genießt jeden Tag. Sie ist fest eingebunden in die Dorfgemeinschaft. „Wegen ihrer freundlichen Art schaut jeder gern bei ihr vorbei“, sagte Nachbarin Lisa Kahlke. Bei schönem Wetter sitzt die Ur-Neuendeicherin, die ihrem Geburtsort immer treu blieb, gern vor dem Haus. Jeder, der vorbeikommt, bleibt auf einen Klönschnack stehen.

Ein kleines Stück die Straße entlang erblickte Wilhelmine Lang als eins von vier Kindern der Familie Lundt das Licht der Welt - in dem Bett, in dem sie selbst 29 Jahre später ihren Sohn Bernd zur Welt brachte. Der Vater war Reetdachdecker und die Mutter Magd. Als 14-jährige ging Wilhelmine in Stellung bei einem Schlachter. Hier steckte sie sich mit offener Tuberkulose an. Damals hätte niemand gedacht, dass sie ihr gesegnetes Alter erreichen würde. Sie kämpfte damals um ihr Leben. Um es zu retten, wurden ihr in den 20er Jahren acht Rippen und ein Lungenflügel entnommen. Die Operation gelang. Beim Tanzen im „Tivoli“ in Uetersen lernten sich Wilhelmine und ihr späterer Mann kennen. 1939 heirateten die beiden. 1941 wurde der Sohn geboren. Alfred Lang arbeitete beim Wasserbeschaffungsverband. Wilhelmine Lang über- nahm die Aufgabe, die Wasserzähler bei den Leuten der Umgebung abzulesen. Inzwischen ist die Seniorin seit 25 Jahren Witwe.

Den Auftritt des Musikzuges organisierte die ehemalige Bürgermeisterin Bärbel Thiemann. Zum 90. Geburtstag hatte sie mit den Worten: „Zum 100. kommt der Musikzug“ gratuliert. Seitdem verging kein Geburtstag, an dem Wilhelmine Lang sie nicht an das Versprechen erinnerte. Nun wurde es eingelöst.

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