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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 15:08 Uhr

Gute Arbeit : Mit Spaß in die Endrunde

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach zwölf Stunden gemeinsamen Landtagswahlkampf auf dem Wochenmarkt, an Wohnungstüren, bei Firmen, in der Familienbildungsstätte in Elmshorn, zuhören, Ratschläge geben, beruhigen und sich auch einmal ärgern, präsentierten sich SPD-Landtagskandidatin Beate Raudies und der Fraktionschef der Sozialdemokraten im Landtag, Dr. Ralf Stegner, auch noch bei einer Diskussion um das schwergewichtige Thema „Gute Arbeit“ im Elmshorner Schützenhof.

Stegner – gesundheitlich sichtlich ein bisschen angeschlagen – Beate Raudies fröhlich, mit blitzenden Augen, Wahlkampf in der Endrunde der letzten zwei Wochen scheint ihr Ding zu sein.

Neben der durch den Abend locker moderierenden Beate Raudies und Stegner diskutierten Dr. Jens Festersen, stellvertretender Geschäftsführer der Gewerkschaft ver.di Steinburg/Pinneberg und Norbert Vahl, Kreisvorsitzender der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) auf dem Podium mit. „Es mag sein, dass die SPD keine reine Arbeiterpartei mehr ist, aber sie ist eine Partei für anhängig Beschäftigte und die sagt: Sozial ist, was Arbeit schafft, von der man leben kann“, meinte Stegner. „Wir wünschen uns keine Mindestlöhne, wir halten sie nur da für dringend notwendig, wo Dumping -Löhne gezahlt werden und der Staat mit aufstockendem Hartz IV diese Firmen subventionieren muss.

Unternehmen, die ihre ordentlich zahlenden Konkurrenten mit Dumping-Löhnen ausschalten wollen und ihre Angestellten ausbeuten, sollen ruhig pleite gehen. Wir würden Milliarden sparen, wenn Beschäftigte ein ordentliches Auskommen haben und auch später in der Rente die Altersarmut nicht staatlich ausgeglichen werden müsste.“ Und Gewerkschaftler Festersen warf ein, dass zu den Misständen und den Klagen in den Betrieben nicht nur der Lohn gehöre, sondern der Mangel an gegenseitiger Wertschätzung, der Umgang miteinander und der nicht mehr vorhandene Respekt. Arbeitnehmer würden zunehmend mehr und mehr unter Druck gesetzt. Selbst Tariflöhne für Leiharbeiter könnten jetzt über sogenannte Werksverträge noch einmal ausgehebelt werden.

Bei der Frage nach Begrenzung der Öffnungszeiten im Einzelhandel hatte Stegner gleich zwei Antworten parat. Die gesellschaftlichen Veränderungen könne und wolle auch die SPD nicht zurückdrehen. Aber die Aufhebung der Feiertagsbestimmungen, so zum Beispiel die Freigabe des Karfreitags, halte er nicht für gut. „Wir haben keinen Mangel an Vergnügungen, sondern einen Mangel an Gelegenheiten zur Besinnung“. Da sei er sich mit Kirchen und Arbeitnehmervertretungen einig.

Stegner übte allerdings auch „unpopuläre“ Selbstkritik: auch Parteien und Gewerkschaften müssten vorbildhaft besser mit Kollegen und Angestellten umgehen.

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erstellt am 19.Apr.2012 | 21:25 Uhr

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