Klostertage Uetersen : Mit Enthaltsamkeit zur Blüte gereift

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Vier Vorträge und zwei Konzerte zur Kulturgeschichte des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters, das nach der Reformation in ein Adeliges Damenstift umgewandelt wurde, begeisterten am Wochenende mehrere Hundert Menschen, darunter viele auswärtige Gäste.

shz.de von
12. September 2011, 20:51 Uhr

Das Kloster, Wiege der Rosen- und inzwischen auch Hochzeitsstadt, fasziniert noch immer. Insbesondere die Historie. Einen Einblick in den Reformorden der Benediktiner, die Zisterzienser, gab Peter Bleckwenn aus Bremerhaven. Übersichtlich und didaktisch einwandfrei skizzierte er die Ausbreitung des Ordens, ausgehend vom französischen Citeaux (1098), die Blütezeit aber auch die Ursachen des plötzlichen Abbruchs des Wachstums um 1300. Entsagungen und Enthaltsamkeiten waren da kein Thema mehr - Reichtum (über viele Schenkungen) und eine gewisse Sätte hielten Einzug. Wer waren die Herren von Barmstede? Woher kamen sie?

Dieser Frage war zuvor Günther Bock aus Großhansdorf nachgegangen. Das Thema Heilige griff anschließend Professorin Dr. Linda Marie Koldau aus Aarhus auf, die die Heiligen in den Kontext ihrer Musik setzte.

Der bebilderte Vortrag wurde mit Musikbeispielen unterlegt. Die Besucher der Vorträge in der Priörinnenscheune waren begeistert von dem hohen Niveau, das geboten wurde. Dieses kennzeichnete auch das Referat von Dagmar Jestrzemski aus Wedel, die so manchen „Hausheiligen“ der Ritter und Grafen vorstellte. Die Vorträge wurden von zwei Konzerten eingerahmt. Veronika Haker und Sabine Mennerich, die das Eröffnungskonzert gestalteten, zeigten eine großartige Leistung und viel Feingefühl bei der Interpretation der einzelnen Kompositionen aus der Barockzeit. Ute Dehmel, Dorothea Geiger und Mitsuhiro Ikenoya setzten mit ihrem Konzert am Sonnabend den Schlusspunkt eines überaus gelungenen Wochenendes. Der Moorreger Organist war kurzfristig für den erkrankten Jörg Dehmel eingesprungen. Dass das Konzert nicht ausfallen musste, war nur eine der vielen Leistungen des ehrenamtlichen Veranstaltergremiums „Klostertage Uetersen“ im SHHB-Ortsverein „Ueterst End“ und natürlich der beteiligten Musiker.

Nicht unerwähnt bleiben sollen noch die beiden kulinarischen Programmpunkte, die allerdings ganz bewusst in bescheidenem Rahmen gehalten wurden und dabei an die Anfänge des Arbeits- und Bet-Ordens, die Zisterzienser, erinnerten. Motto: Völlerei macht dekadent und beschleunigt (somit) den Untergang.

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