Handball : „Mit dem Ticket in der Hand warten ...“

Wie die UeNa bereits in ihrer Montags-Ausgabe berichteten, schloss die 1. männliche A-Jugend des TuS Esingen das Qualifikationsturnier zur A-Junioren-Bundesliga in Baunatal als viertbestes Team ab. Dies genügt nur für ein Bundesliga-Ticket, wenn die SG BBM Bietigheim keine Wildcard für die Bundesliga beantragt. Am Montag ließen die Bietigheimer Verantwortlichen bereits durchblicken, dass sie keine Wildcard haben wollen. Endgültige Klarheit herrscht am Freitag, wenn der Deutsche Handball-Bund die Staffel-Einteilung herausgibt.

shz.de von
23. Juni 2014, 20:58 Uhr

Claas-Peter Schütt, Trainer der TuS-A-Jugend, äußerte sich über das Turnier und die noch unklare Situation ...

UeNa: Wie analysieren Sie die fünf Spiele in Baunatal? Schütt: „Wir haben schwer in das Turnier herein gefunden – die anderen Teams haben sich zu Beginn aber ebenfalls viele technische Fehler geleistet. So etwas passiert, wenn der Erfolg einer ganzen Saison von einem Wochenende abhängt. Aber wir haben Schmiden-Öffingen mit 19:18 geschlagen. Gegen Solingen, die stärkste Mannschaft des Turniers, haben wir unsere beste Leistung gezeigt, uns nach einem 7:11-Rückstand zurückgekämpft und sogar geführt, aber unglücklich mit 17:18 verloren. Im letzten Gruppenspiel haben beim 22:14 gegen Anderten alle Räder ineinandergegriffen; unser Gegner hat das Spiel am Ende aber auch ab geschenkt, um Kräfte zu schonen.

Am Sonntag haben wir die HSG Rhein-Nahe-Bingen klar mit 26:14 geschlagen. Als es im letzten Spiel erneut gegen Anderten ging, waren unsere Jungs nach dem kräftezehrenden Wochenende platt und wir haben mit 15:21 verloren.“

UeNa: Wie fällt Ihr Fazit nach dem Turnier aus? Schütt: „Wir haben es leider zweimal versäumt, die Qualifikation perfekt zu machen. Die Niederlage gegen Solingen hat uns den Gruppen-Sieg gekostet, das letzte Spiel haben wir gegen Anderten verloren. Beim ersten Mal ist allerdings die Frage, ob es eigene Versäumnisse waren, oder ob uns der Gruppen-Sieg genommen wurde: Als wir gegen Solingen zwei Minuten vor dem Ende geführt haben, wurde ein Siebenmeter gegen uns gepfiffen, den ich akzeptiere – aber es gab auch eine Zwei-Minuten-Strafe für eine Aktion, die zuvor nie abgepfiffen wurde ...“

UeNa: ...Wurde Esingen aus Ihrer Sicht benachteiligt? Schütt: „Leider war es wohl schon beim vorherigen Qualifikationsturnier in Berlin so, dass die Schiedsrichter eher für die Klubs mit dem ‚großen Namen‘ entschieden haben ...“ UeNa: Wie nehmen Sie die Nachricht auf, dass Bietigheim wohl keine Wildcard will? Schütt: „Nach dem Turnier waren unsere Spieler erst einmal niedergeschlagen, denn wir hätten gerne den sicheren Einzug in die Bundesliga gefeiert. Nun haben wir uns eigentlich sportlich qualifiziert und ein Bundesliga-Ticket verdient, aber noch abwarten müssen. Als wir am Montag gehört haben, dass Bietigheim wohl keine Wildcard beantragen will, hat das für eine gedämpfte Freude gesorgt.“

UeNa: Was sagen Sie zu der Wildcard-Regelung des DHB? Schütt: „Bietigheim ist in der 1. Qualifikationsrunde gescheitet. Leider ist es in unserer Gesellschafft aber so, dass es für einige immer Sonderrechte gibt. Eine solche Wildcard-Situation hat es im deutschen Handball noch nie gegeben. Wir warten jetzt mit dem Bundesliga-Ticket in der Hand bis zur Staffel-Einteilung und hoffen, dass Bietigheim nicht doch noch durch den Notausgang einsteigt – und wir dafür wieder aussteigen müssen ...“

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