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Diskussion : Mit Chemie auf dem „Grünen Sofa“ Platz genommen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Grünen und die chemische Industrie auf Kuschelkurs? Zumindest gemeinsame Positionen fanden die Grünen- Bundestagsabgeordnete Dr. Valerie Wilms und der Bayer AG Werksleiter Brunsbüttel, Volker Weintritt, bei einer Diskussionsveranstaltung auf dem lindgrünen Sofa im Elmshorner Industriemuseum.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2012 | 21:22 Uhr

Valerie Wilms stellte anfangs alle großen Katastrophen in den Raum, die die chemische Industrie weltweit zu verantworten hatte: Bopahl, Seveso oder Sandoz nannte sie. Solchen Gefahren stünden die Grünen sehr misstrauisch gegenüber.

Sicherheit in der Verarbeitung stehe in Brunsbüttel bei Bayer an erster Stelle, so Weintritt. „Ein so großer Unfall und wir sind weg vom Fenster. Das riskieren wir nicht.“ Der weltweit agierende Bayer Konzern halte auch an seinen Standorten fest: „Wir produzieren in der Region für die Region“. Wegen zu hoher Betriebskosten ausgelagert werde bei Bayer nicht, im Gegenteil, in Brunsbüttel werde die Produktion noch entscheidend erweitert.Das Problem für Bayer seien auch nicht die hohen Personalkosten hier in Deutschland, sondern teure Energiekosten. Erdöl und Gas seien endliche Rohstoffe, daher schaue und forsche Bayer nach nachwachsenden Rohstoffen, entwickle Strom in der eigens dafür geschaffenen Elektrolyse.

Die Bundestagsabgeordnete fragte nach: wie, so Valerie Wilms, könnten denn Politik und Industrie das Plastikmüllproblem reduzieren, denn auf den Weltmeeren finden sich ja bereits ganze Plastikmüllteppiche, die großen Schaden anrichten. Biobasierte Kunststoffe seien nicht so haltbar, argumentierte der Werksleiter, in dessen Betrieb Polyurethane für die Dämmung von Häusern und Autos hergestellt werden. „Selbst Plastiktaschen lassen sich wieder aufarbeiten“, so Weintritt, „warum sollten wir Polyurethan nicht auch wieder in seine Bestandteile zerschlagen und wieder aufarbeiten können.“

Öffentliche Gelder könne es nur für Grundlagenforschung geben, so Wilms. Über Förderungssysteme würden Abhängigkeiten geschaffen und die Investitionskraft der Unternehmen dürfe nicht erlahmen.

Auf die Frage, ob er wisse, wie es mit der teilweisen Übernahme von Bayer von Geschäftszweigen der amerikanischen Firmengruppe Monsanto steht, die Genmanipulation bei nachwachsenden Rohstoffen wie beispielsweise Mais und Soja und bei Saatgut durchführen und sich die neu geschaffenen Sorten patentieren lassen, konnte Weintritt keine Angaben machen. Davon, so der Manager, wisse er nichts.

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